21.04.2015 
8,5 Jahre Haft für Ex-Wölbern-Chef

Staatsanwaltschaft legt gegen Schulte-Urteil Revision ein

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Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen das Urteil, das das Landgericht Hamburg am Montag gegen den früheren Wölbern-Invest-Chef Heinrich Maria Schulte gesprochen hat, Revision eingelegt. Das teilte eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage des manager magazins mit.

Das Gericht sei der Staatsanwaltschaft zwar in der Schuldfrage in allen Punkten gefolgt, sagte die Sprecherin. In der Frage der Strafzumessung jedoch habe das Urteil die Behörde nicht überzeugt. Für die Begründung der Revision müsse nun zunächst das schriftliche Urteil abgewartet werden.

Heinrich Maria Schulte war vom Landgericht wegen schwerer Untreue zu 8,5 Jahren Haft verurteilt worden. Nach Auffassung des Gerichts ist erwiesen, dass er zwischen August 2011 und September 2013 insgesamt 147 Millionen Euro aus 31 geschlossenen Immobilienfonds von Wölbern Invest entnommen und vorsätzlich zweckentfremdet hat. Der Medizinprofessor Schulte war zu jener Zeit Inhaber und Chef von Wölbern Invest.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Taten eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren beantragt. Schon unmittelbar nach der Urteilsverkündung hatte die Sprecherin gesagt, die Behörde prüfe eine Revision, weil die Strafe weit unter dem Antrag der Ankläger liege. Auch die Verteidiger Schultes, die Freispruch gefordert hatten, haben Revision angekündigt. Auch dieser Antrag befindet sich gegenwärtig in Vorbereitung.

Der Fall Schulte wird nun also wie absehbar wohl den Bundesgerichtshof beschäftigen.

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