21.11.2019 
Nach Pannen mit BER, Cargolifter und Conergy

Brandenburg setzt Tesla-Task-Force ein

Für den geplanten Bau einer Fabrik des E-Autobauers Tesla in Grünheide nahe Berlin setzt Brandenburger Landesregierung eine Taskforce ein. Sie soll an diesem Freitag die Arbeit aufnehmen. Für das Unternehmen und die Beteiligten in der Kommune, dem Landkreis und den Ministerien wird es in dem Gremium Ansprechpartner geben. Die Taskforce soll die Ansiedlung von Tesla in Brandenburg unterstützen und einen möglichst pannenfreien Ablauf bei Planung und Bau gewährleisten.

Der kleine Ort Grünheide nahe der Bundeshauptstadt könnte mit der angekündigten Ansiedlung von Tesla in die erste Liga der Autohersteller aufrücken. Zudem erhofft sich die Region, dass sich in der Nähe weitere Firmen ansiedeln. Bereits vor der Entscheidung von Tesla hatte der US-Batteriehersteller Microvast bekannt gegeben, dass er seine neue Europa-Zentrale nach Ludwigsfelde in Brandenburg verlegen werde.

Tesla-Fabrik in Shanghai: Vorbild für Brandenburg
AFP
Tesla-Fabrik in Shanghai: Vorbild für Brandenburg

Tesla-Chef Elon Musk hatte jüngst angekündigt, vier Milliarden Euro in eine Gigafactory nahe der Autobahn A10 in Grünheide zu investieren. Mehr als 3000 Arbeitsplätze sollen in Teslas deutschem Werk in der ersten Ausbaustufe entstehen, am Ende können es dann bis zu 8000 Jobs sein. Bereits im ersten Quartal 2020 sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände starten.

Der Produktionsstart ist für 2021 angesetzt. Zunächst soll in Grünheide der künftige Kompakt-Sportgeländewagen Model Y von Tesla sowie auch die dafür nötigen Batterien und Antriebe gebaut werden.

Auch Microvast siedelt in Brandenburg an

Auch der US-Batteriesystemhersteller Microvast kommt nach Ludwigsfelde in Brandenburg. Gefertigt werden Batteriesysteme für Transporter und Lkw, für Sportwagen oder Geländewagen, sagte der Geschäftsführer der Microvast GmbH, Sascha Kelterborn. Zudem werde die Europa-Zentrale von Frankfurt/Main nach Ludwigsfelde verlegt. Allerdings hatte Microvast bereits vor der Entscheidung von Tesla das für die Produktionsstätte vorgesehene Gelände gekauft. Zwischen Tesla und Microvast bestehen noch keine Geschäftsbeziehungen.

In der ersten Ausbauphase werden nach Microvast-Angaben 43 Millionen Euro investiert. Am Ende werde es ein dreistelliger Millionenbetrag sein, sagte er. Im Januar 2021 sollen die ersten Produkte vom Band laufen. Das Unternehmen liefert schnellladefähige Batterien, die in 10 bis 15 Minuten aufgeladen sind.

Tesla investiert bis zu vier Milliarden Euro für neues Werk in Grünheide

Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla hatte kürzlich bekannt gegeben, dass er bis zu vier Milliarden Euro in die geplante "Gigafactory" in Grünheide nahe Berlin investieren will. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist dies als Summe für mehrere Ausbaustufen der geplanten Ansiedlung in Brandenburg im Gespräch; zuvor hatte "Bild am Sonntag" darüber berichtet. In einer ersten Stufe sind der Brandenburger Landesregierung zufolge in Grünheide (Kreis Oder-Spree) über 3000 Arbeitsplätze geplant, bis zu 8000 könnten es nach einem Ausbau werden. Der Start der Bauarbeiten nahe der Autobahn 10 ist für das erste Quartal 2020 geplant.


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Bisher ist offen, ob Tesla die nötigen Unterlagen Stück für Stück oder als Sammelantrag einreicht. Dort muss noch Wald abgeholzt werden, Tesla will laut Brandenburger Regierung die dreifache Menge wieder aufforsten lassen. Der Hersteller kann laut "Bild am Sonntag" mit EU-Zuschüssen von rund 300 Millionen Euro rechnen.

Die Fabrik soll voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen und zunächst den künftigen Kompakt-Sportgeländewagen Model Y sowie auch Batterien und Antriebe bauen. Tesla-Chef Elon Musk hatte auch angekündigt, ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin anzusiedeln.

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