13.01.2020 
Heiße Rohstoffwette

Dieses Metall wurde binnen Tagen mehr als 30 Prozent teurer

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Palladium legt seit geraumer Zeit eine enorme Preisentwicklung hin. Auch Gold hat sich in den vergangenen Monaten merklich verteuert. Kein anderer Rohstoff kann es im Performance-Vergleich jedoch mit Rhodium aufnehmen.

Der Preis-Chart von Rhodium, das vor allem in der Autoindustrie verwendet wird, zeigt in den vergangenen Tagen geradezu senkrecht nach oben. Um 32 Prozent hat sich das Metall allein in diesem Jahr bereits verteuert - innerhalb von weniger als zwei Wochen also. Kurzzeitig kostete eine Unze Rhodium bereits wieder mehr als 8000 Dollar, so viel wie seit 2008 nicht mehr. Das Metall ist damit mehr als fünfmal teurer als Gold, das pro Unze zurzeit rund 1548 Dollar kostet.

Als Grund für die Preisrally, die bereits 2017/2018 einsetzte und Ende vergangenen Jahres rasant an Tempo gewann, gelten unter anderem strengere Emissionsgrenzen für Kraftfahrzeuge rund um die Welt. Das silberweiß-glänzende Rhodium wird - wie auch das "Schwestermetall" Palladium - vor allem bei der Herstellung von Autokatalysatoren verwendet. Die Erwartung, dass Autobauer künftig mehr von dem Metall benötigen könnten, hat den Preis steigen lassen. Hinzu kommt, dass inzwischen auch Investoren und Spekulanten in den Markt eingestiegen sind, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Insbesondere der Konflikt zwischen den USA und Iran hat in den vergangenen Tagen am Finanzmarkt viel Geld in als sicher geltende Anlagen gelenkt. Davon haben Rohstoffpreise wie die von Gold , Palladium sowie auch Rhodium profitiert.

In den vergangenen vier Jahren hat sich der Rhodium-Preis bereits verzwölffacht. Im Zuge des jüngsten Preisauftriebs gerät nun das Allzeithoch in Reichweite. Der bisher höchste Preis für Rhodium betrug im Jahr 2008 10.100 Dollar je Unze.

Allerding gilt der Preis für Rhodium als sehr schwankungsanfällig. Wie Palladium wird Rhodium als Beiprodukt beim Abbau von Platin und Nickel gewonnen. Der Rhodium-Markt ist jedoch deutlich kleiner als jener für Palladium, so Bloomberg. Schon auf geringe Änderungen von Angebot oder Nachfrage können also starke Preisbewegungen folgen.

"Rhodium ist Gegenstand wahnsinniger Volatilität", sagt Anton Berlin, Chef der Marktanalyse bei MMC Norilsk Nickel PJSC in Russland, einem Unternehmen, das laut Bloomberg für 10 Prozent der weltweiten Rhodium-Produktion steht. Das Angebot sei ohnehin bereits knapp, und Spekulanten hätten sich zusätzlich eingedeckt, so Berlin.

Für die Geldanlage privater Investoren kommt Rhodium allerdings ohnehin kaum in Frage. Das Metall wird laut Bloomberg nicht auf Börsen gehandelt, sondern in der Regel ausschließlich direkt zwischen Anbietern und der verarbeitenden Industrie. Der Markt für Münzen und Barren ist zudem sehr klein, so Bloomberg. Die weltweite Produktionsmenge von Rhodium betrage lediglich wenig mehr als ein Zehntel dessen, was an Platin oder Palladium produziert werde.

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