10.12.2018 
Vom Radprofi zum glücklichen Investor

Erfolg ohne Doping - Lance Armstrong verdient Millionen mit Uber

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Wenn das keine gute Pointe ist: Erst strampelt sich Lance Armstrong als Radprofi mit unter anderem sieben Gesamtsiegen bei der legendären Tour de France in die Unsterblichkeit. Dann kommt der große Betrug ans Tageslicht: Armstrong hatte jahrelang gedopt, die meisten seiner Erfolge - auch die sieben Tour-Siege - werden ihm 2012 aberkannt. Und nun das: Vor dem finanziellen Ruin rettet den Ex-Sportler und seine Familie offenbar ausgerechnet ein Investment in moderne Mobilität.

Das geht aus einem Interview hervor, das Armstrong vergangene Woche dem US-Sender CNBC gab, sowie aus Berechnungen der News-Plattform Bloomberg. In dem Interview sagte der frühere Radprofi, er habe in einen Venture-Capital-Fonds investiert, der sich auch am US-Fahrvermittlungsdienst Uber beteiligt habe. Diese Geldanlage sei zu gut gelaufen, um wahr zu sein, so Armstrong. Das habe seine Familie "gerettet".

Was das in Zahlen bedeutet, hat inzwischen Bloomberg berechnet: Demnach steckte Armstrong 2009 100.000 Dollar in einen VC-Fonds des bekannten US-Investors Chris Sacca. Der Fonds wiederum investierte unter anderem in Uber, welches seinerzeit laut Bloomberg mit rund 3,7 Millionen Dollar noch vergleichsweise bescheiden bewertet worden sei.

Dieser Wert hat sich inzwischen bekanntlich vervielfacht: Aktuell plant Uber einen Börsengang, der zu den größten gehören könnte, die es weltweit überhaupt bisher gab. Goldman Sachs zufolge hat das Unternehmen inzwischen einen Wert von 120 Milliarden Dollar, wobei es verschiedenen Gründe gibt, bei dieser Summe gewisse Abstriche zu machen.

Fraglos war Uber bislang für Investoren jedoch eine erfolgreiche Wette - und unter ihnen eben auch für Lance Armstrong. Der Fonds namens Lowercase, über den der Dopingsünder sein Geld Chris Sacca anvertraute, hat das Geld seiner Finanziers um das bis zu 300fache vermehrt, schreibt Bloomberg mit Verweis auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Aus Armstrongs 100.000 Dollar seien daher selbst nach Abzug von Gebühren vermutlich noch etwa 20 Millionen geworden.

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