24.03.2017 
Geheimniskrämerei im Wölbern-Anlageskandal

Insolvenzverwalter will Schulte-Villa verkaufen - heimlich

Von
manager magazin online

Wenn jemand eine Immobilie verkaufen will, dann ist er gewöhnlich froh, wenn die Offerte bekannt wird - je mehr davon wissen, desto größer auch die Zahl der potenziellen Käufer. Nicht so offenbar in diesem Fall: Der Verkäufer der schneeweißen Jugendstilvilla an der noblen Elbchaussee in Hamburg-Blankenese schweigt und will keine Fotos zur Verfügung stellen. Das eingeschaltete Maklerhaus teilt telefonisch unmissverständlich mit, eine "Presseberichterstattung" sei unerwünscht.

Dabei gibt es bei dem Objekt augenscheinlich nichts zu verbergen, wie eine Visite vor Ort zeigt: Durch hohe Gittertore gelangt der Besucher auf den Vorplatz, wo das Grün zur Rechten und Linken sowie in einem Rondell in der Mitte akkurat geschnitten ist. Auch hinter dem Gebäude, im großzügigen Garten, wäre vom künftigen Besitzer offenkundig zunächst mal keine unaufschiebbare Arbeit zu leisten.

Das Haus selbst befindet sich offenbar ebenso in einem Top-Zustand: Holzfußböden, helle, teils in Pastelltönen gestrichene Wände, hohe Decken, deren Stuck einen einwandfreien Eindruck macht. Eines der Bäder, so lässt der laienhafte Blick vermuten, wurde wohl sogar in Marmor ausgestattet.

Und die Einrichtung stimmt ebenfalls. Die Räumlichkeiten stehen voller feinster Möbel im englischen Jugendstil: Schwere Schreibtische, braun-lederne Sofas, feine Accessoires. Dazu edle Teppiche auf den Dielen und an den Wänden die Kunst von Miro, Kandinsky, Picasso und dergleichen mehr.

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