14.02.2019 
Fußballstar Ronaldo überzeugt Investoren

"CR7-Bond" spült Juventus Turin 175 Millionen in die Kasse

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Ein Schuldenberg von mehr als 300 Millionen Euro, dazu noch die hohen Ausgaben von 100 Millionen plus X für die Verpflichtung von Superstar Cristiano Ronaldo im vergangenen Jahr, von den laufenden Kosten für den Edelkicker und andere Stars wie beispielsweise den erst kürzlich verpflichteten, ebenfalls hoch dotierten Briten Aaron Ramsey gar nicht zu sprechen: Klar, der italienische Fußballclub Juventus Turin kann frisches Geld gut gebrauchen.

Am Anleihenmarkt besorgte sich der Verein nun 175 Millionen Euro, mit einer Emission, die ursprünglich lediglich auf 150 Millionen angelegt war, und die von Medien auch als "CR7-Bond" bezeichnet wurde. "CR7", das dürfte auch Nicht-Fachleuten bekannt sein, steht für die Initialen des portugiesischen Ausnahmespielers sowie für dessen Trikotnummer. Mit dem Geld will der Verein Berichten zufolge vor allem alte Schulden ablösen.

Die Konditionen, zu denen Juventus die Anleihe am Markt platzierte, lassen erahnen, dass sich Ronaldos Verpflichtung für den Verein bereits ausgezahlt hat: Der Zins liegt bei lediglich 3,5 Prozent, so berichtet die "Financial Times". Zum Vergleich: Ein 300-Millionen-Euro-Bond, den Juve-Konkurrent Inter Mailand 2017 gemeinsam mit der US-Bank Goldman Sachs auf den Markt brachte, notiert gegenwärtig bei 4,6 Prozent, so die "FT". Offenbar misst der Finanzmarkt dem Turiner Club eine höhere Verlässlichkeit zu.

Dafür gibt es Gründe: Einer Investorenpräsentation zufolge, die im Rahmen der Anleiheplatzierung gezeigt wurde, stiegen die Umsätze von Juventus in den vergangenen acht Jahren um 161 Prozent, so die "FT". In der Spielzeit 2017/2018 lagen sie demnach bei 402 Millionen Euro. Zum Vergleich: Deutschlands Spitzenverein FC Bayern München kam zuletzt auf einen Umsatz von 630 Millionen Euro. Spitzenreiter in Europa ist nach Ermittlung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Real Madrid mit einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro.

Ein weiteres Plus für Juventus: Hinter dem Verein steht mit der Agnelli-Familie ein bonitätsstarker Hauptaktionär. Die Agnellis stiegen bereits 1923 bei Juve ein und halten bis heute den größten Teil der Aktien. Der 1945 verstorbene Giovanni Agnelli gehörte zu den Gründern des Autoherstellers Fiat, bis heute hält die Familie die Mehrheit am Fiat-Chrysler-Konzern.

All dies macht sich übrigens auch am Aktienmarkt bemerkbar: Dort hat das Papier von Juventus Turin in den vergangenen zwölf Monaten um rund 70 Prozent zugelegt. Allein im laufenden Jahr ging es mit dem Kurs bereits um etwa 25 Prozent nach oben, was zu einem gegenwärtigen Marktwert von rund 1,3 Milliarden Euro führt. In der Zeit um die Bekanntgabe von Ronaldos Wechsel nach Turin im Juli vergangenen Jahres legte das Papier um etwa 40 Prozent zu.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Kein Wunder: Juve belegt zurzeit mit einem komfortablen Vorsprung von 11 Punkten Platz eins der italienischen Liga. In der Champions League ist die Mannschaft zudem ebenfalls noch dabei. Dort geht es am Mittwoch kommender Woche im Hinspiel des Achtefinals gegen Atlético Madrid.

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