12.02.2018 
Kryptowährung

Bitcoin steigt trotz Handelsverbots in Thailand

Die Krypto-Leitwährung Bitcoin setzt nach ihrem tiefen Sturz zur Erholung an. Trotz eines Handelsverbotes in Thailand legt der Bitcoin in Dollar weiter zu.

Nach dem Kurssturz der vergangenen Wochen hat die Krypto-Leitwährung Bitcoin ihre Erholung fortgesetzt. Der Bitcoin-Kurs kletterte zuletzt wieder über die Marke von 8500 Dollar, nachdem sie in der vergangenen Woche zeitweise noch unter die Marke von 6000 Dollar gefallen war.

Die Kryptogeld-Leitwährung erholte sich trotz neuer Handelsverbote in Asien. In Thailand ist es Banken und sonstigen Finanzinstitutionen künftig verboten, Geschäfte mit Digitalwährungen wie Bitcoin zu machen. Den Instituten sei es untersagt, in Kryptowährungen zu investieren oder mit diesen zu handeln, heißt es in einem Rundschreiben von Notenbankchef Veerathai Santiprabhob vom Montag.

Den Banken soll es außerdem verboten sein, Digitalwährungen in herkömmliche Währungen zu tauschen oder Handelsplattformen anzubieten. Darüber hinaus dürfen keine Kreditkarten mehr für den Kauf von Digitalwährungen verwendet werden oder Kunden beim Kauf von und Handel mit Digitaldevisen beraten werden.

Umfangreiches Verbot - Thailand fürchtet Betrug und Geldwäsche

Als Grund für das umfangreiche Verbot gibt die Zentralbank an, sie sei besorgt wegen möglicher Probleme und möglichen Betrugs mit Kryptowährungen. So könnten die neuartigen virtuellen Währungen zur Geldwäsche oder zur Unterstützung von Terrorismus verwendet werden.

Dem Vorgehen asiatischer Länder wird derzeit besonders große Aufmerksamkeit geschenkt, weil Digitalwährungen in vielen Staaten Asiens sehr beliebt sind. Allerdings wächst auch das Misstrauen.

Einzelne Länder wie China gehen relativ rigoros gegen Kryptowährungen vor, andere Länder wie Japan sind zurückhaltender und versuchen eher, den Handel zu regulieren. Grundsätzlich sind staatliche Stellen wie Zentralbanken aber eher misstrauisch was den Boom von Kryptowährungen angeht.

Offen ist, ob es sich um eine nachhaltige Erholung handelt oder nur um eine kurze Unterbrechung in einem steilen Abwärtstrend. Seit Dezember hat die Digitalwährung Bitcoin mehr als 50 Prozent an Wert verloren, und auch andere Digitalwährungen wir Ripple oder Ether gerieten unter Verkaufsdruck. Nun wagen sich wieder einige Käufer in den Markt.

Goldman Sachs: Die meisten der 1500 Digitalwährungen werden untergehen

Ein Großteil der derzeit rund 1500 Kryptowährungen wird nach Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs nicht lange existieren. Vielmehr dürfte nur eine kleine Anzahl wettbewerbsfähiger Arten überleben, schreibt Steve Strongin, Chef für "Investment Research" bei Goldman Sachs, in einer Studie.

Die starken Kursschwankungen von Bitcoin und Co. sprechen laut Strongin für eine Preisblase, also ein nicht nachhaltiges Kursniveau. Derzeit stehen faktisch alle Digitalwährungen unter erheblichem Druck. Ausschlaggebend sind in erster Linie Regulierungsbestreben in vielen Industrie- und Schwellenländern.

Der Bitcoin als älteste und bekannteste Cyberwährung hat seit Mitte Dezember rund 60 Prozent seines Werts verloren. Der Gesamtwert aller Digitalwährungen ist seit Anfang Januar um etwa 460 Milliarden Dollar oder rund 55 Prozent gefallen.

Raus oder rein: Die Psychologie der Bitcoin-Bullen

Auslöser des Kurssturzes sind zum einen bei den Digitalwährungen selbst zu finden. Dazu gehören vor allem zunehmende Regulierungsbestrebungen des bisher unregulierten Handels mit Kryptowährungen und immer wieder Hackerangriffe auf größere Handelsbörsen. Verstärkt wird die schlechte Stimmung durch die aktuell starken Kursrückgänge an den internationalen Aktienmärkten. Riskante Anlagen, zu denen auch virtuelle Devisen gezählt werden, werden dadurch belastet.

Die Meinungen zu Digitalwährungen gehen grundsätzlich stark auseinander: Befürworter preisen den technischen Fortschritt und schätzen die Unabhängigkeit von staatlicher Kontrolle. Kritiker monieren, bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen handele es sich nicht um Währungen im klassischen Sinne, weil zentrale Eigenschaften wie Wertstabilität fehlten. Außerdem wird die hohe Missbrauchsgefahr aufgrund der Anonymität des Zahlungsprozesses moniert.

manager magazin und Mynd erklären: So funktionieren Krypto-Währungen

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Begleitet werden die flächendeckenden Kursverluste indes von verschiedenen Skandalen, Hackerangriffen und Betrugsfällen am Krypto-Markt sowie dem zunehmenden Bemühen von Aufsichtsbehörden und Regulierern in aller Welt, dagegen vorzugehen. Am Freitag beispielsweise gab es nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg eine Razzia in den Räumlichkeiten der japanischen Handelsplattform Coincheck. Hacker hatten die Plattform erst vor einigen Tagen angegriffen und Coins der Cyber-Währung Nem im Wert von 534 Millionen Dollar erbeutet. Die Behörden wollten nun die Sicherheit der Coincheck-User sicherstellen, erläuterte laut Bloomberg Japans Finanzminister Taro Aso anlässlich der Razzia.

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