01.05.2019 
Rückkäufe überwiegen Gewinneinbruch

Apples Gewinn sinkt, Aktie steigt

Trotz herber Verluste im iPhone-Geschäft legte der Aktienkurs des Unternehmens zu - die Quartalszahlen fielen besser aus als erwartet. Ein weiterer Aktienrückkauf beschwichtigt die Börse zusätzlich.

Apple sieht sich auf dem Weg der Besserung: Nach dem Rückgang der iPhone-Verkäufe im Weihnachtsgeschäft geht es offenbar wieder aufwärts. Zum Ende des ersten Geschäftsquartals 2019 habe sich die Lage deutlich gebessert, sagte Apple-Chef Tim Cook am Dienstag. Der Gewinn des Unternehmens in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal fiel im Jahresvergleich allerdings um 15,7 Prozent auf 11,56 Milliarden Dollar. Wichtige Gründe: Der iPhone-Umsatz sank im Jahresvergleich um 17,3 Prozent auf gut 31 Milliarden Dollar (27,7 Milliarden Euro), der Quartalsumsatz nahm um fünf Prozent ab und fiel auf 58 Milliarden Dollar.

Doch die Zahlen sind besser ausgefallen als von Analysten erwartet, und dank eines 75 Milliarden Dollar schweren weiteren Aktienrückkaufs legte der Kurs sogar deutlich zu. Auch die Prognose für das laufende Quartal fiel höher aus als von Experten erwartet.

Apple war im Weihnachtsquartal vor allem in China von einem Rückgang der iPhone-Verkäufe getroffen worden. Das hatte Sorgen um die Nachfrage nach den Telefonen ausgelöst. Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und macht immer noch mehr als die Hälfte des Geschäfts aus. Apple nennt keine Stückzahlen verkaufter Geräte mehr, sondern nur noch den Umsatz.

Preissenkungen und Rückkaufangebote

Der Rückgang der iPhone-Umsätze im vergangenen Quartal sei komplett auf die Entwicklung in sogenannten Wachstumsmärkten der Schwellen- und Entwicklungsländer zurückzuführen, erklärte Apple. Man steuere mit Preissenkungen und Rückkaufangeboten für alte Geräte gegen, und das zeige Wirkung.

Das Apple-Geschäft in China schrumpfte im vergangenen Vierteljahr von gut 13 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor auf 10,2 Milliarden Dollar und damit langsamer als im Weihnachtsquartal. Dazu habe auch die Absenkung der Mehrwertsteuer in dem Land von 16 auf 13 Prozent beigetragen, sagte Cook.

Im iPad-Geschäft legten die Erlöse binnen einem Jahr von rund 4 auf 4,87 Milliarden Dollar zu. Apple hat inzwischen unter anderem ein neues Modell des teureren iPad Pro im Angebot. Mehr als die Hälfte der iPad-Käufer im vergangenen Quartal hätten sich zum ersten Mal ein Apple-Tablet zugelegt, betonte Cook.

Das Servicegeschäft, zu dem unter anderem der Streamingdienst Apple Music sowie die Erlöse aus dem App Store und dem Speicherdienst iCloud gehören, wuchs von 9,85 auf 11,45 Milliarden Dollar. Apple hat inzwischen 390 Millionen Abo-Kunden in verschiedenen Diensten und will im Jahr 2020 die Marke von 500 Millionen knacken. Die Dienste werden als ein Weg gesehen, mehr Geld mit bestehenden Kunden zu verdienen.

Der Konkurrenz geht es noch schlechter

Mit der Apple Watch und den Ohrhörern AirPods ist Apple außerdem inzwischen der erfolgreichste Hersteller von sogenannten Wearables. Die Sparte mit diesen Geräten steigerte den Umsatz von 3,9 auf 5,13 Milliarden Dollar. Bei den Mac-Computern gab es unterdessen einen Rückgang von 5,8 auf 5,5 Milliarden Dollar, der dem Konzern zufolge von Engpässen bei Chiplieferungen ausgelöst wurde.

Apple hielt zum Quartalsende Reserven von 225 Milliarden Dollar - dem stehen Verbindlichkeiten von rund 112 Milliarden Dollar gegenüber. Der Konzern hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach Geld am Markt für Ausschüttungen an Aktionäre beschafft, um die Auslandsgewinne nicht zum hohen Steuersatz von insgesamt 40 Prozent in die USA bringen zu müssen. Nach der US-Steuerreform hat sich dieses Problem allerdings erledigt.

Der Apple-Konkurrent Samsung Electronics hatte am Dienstag noch deutlichere Gewinneinbußen verkünden müssen: Der Gewinn in den ersten drei Monaten 2019 sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 57 Prozent auf umgerechnet 3,9 Milliarden Euro.

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