10.08.2019 
USA

Inhaftierter Multimillionär Jeffrey Epstein ist tot

Jeffrey Epstein ist in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden worden. Der US-Finanzberater war wegen sexuellen Missbrauchs von Teenagern angeklagt. Das FBI hat Ermittlungen aufgenommen

Der wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagte US-Multimillionär Jeffrey Epstein ist tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Die Bundespolizei FBI untersucht den Fall.

Epstein soll Dutzende Mädchen missbraucht haben und war im Juli vom FBI festgenommen worden, als er von einer Frankreichreise mit seinem Privatjet zurückkehrte. Laut Anklage baute er zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring auf. Epstein wies die Anschuldigungen bis zuletzt zurück.

Im Falle einer Verurteilung hätten Epstein bis zu 45 Jahre Haft gedroht. Der Finanzberater galt als gut vernetzt, Prominente und hochrangige Politiker besuchten seine Feste und Empfänge, darunter Donald Trump und Bill Clinton.

Der schwerreiche Geschäftsmann war 2008 einem Bundesverfahren wegen Missbrauchsanschuldigungen entgangen, indem er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft auf Bundesebene einging, die ihn vor weiteren Ermittlungen bewahrte. Epstein bekannte sich damals schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben. Er saß eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab - teils unter gelockerten Bedingungen. Im Gegenzug kam er ohne Verfahren vor einem Bundesgericht davon. Dem Deal hatte der damalige Staatsanwalt in Florida, Alexander Acosta, zugestimmt. Nach den neuen Vorwürfen gegen Epstein war dieser daraufhin von seinem aktuellen Amt als US-Arbeitsminister zurückgetreten. (Lesen Sie hier mehr zum Fall Epstein).

Erst Ende Juli wurde Epstein verletzt in seiner Zelle aufgefunden. Damals war von einem "möglichen Suizidversuch" die Rede. Der 66-Jährige hatte sich offenbar selbst Verletzungen am Hals zugefügt. Der "New York Post" zufolge wurde der Finanzberater anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.