09.05.2019 
Tiktok-Macher Bytedance

Was Chinas wertvollstes Start-up in Europa vorhat

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Es ist mit einer Bewertung von zuletzt rund 75 Milliarden Dollar eines der wertvollsten Start-ups der Welt, hat sich mit Internetriesen wie Tencent und Baidu angelegt - und macht mit seinem Erfolg mittlerweile sogar Facebook-Chef Mark Zuckerberg Sorgen. Und auch wenn bereits hierzulande hunderttausende Teenager täglich mit einer App des chinesischen Konzerns Bytedance interagieren - bislang blieb der chinesische Internetriese in Deutschland bei vielen unter dem Radar.

Das könnte sich bald ändern. Denn auch in Deutschland breitet sich Bytedance mit seiner vor allem an junge Nutzer gerichteten Kurzvideo-App Tiktok immer mehr aus. Und versucht auch abseits des klassischen Teenager-Publikums Kunden zu gewinnen sowie sich als Werbepartner ins Spiel zu bringen.

So ging Borussia Dortmund kürzlich eine Partnerschaft mit dem chinesischen App-Betreiber ein, in deren Zuge der Verein nicht nur künftig einen eigenen Kanal auf der Videoplattform betreiben will. Tiktok seinerseits will Bandenwerbung im BVB-Stadion nutzen, um unter Nutzern und Werbetreibenden bekannter zu werden. Sein erstes Deutschland-Büro eröffnete der App-Betreiber Ende des Jahres in Berlin. Der FC Bayern und der HSV betreiben seit Kurzem ebenfalls eigene Tiktok-Kanäle.

Die App, in der vor allem Teenager bis Mittzwanziger 15-Sekunden-Videos hochladen, auf denen sie meist zu aktuellen Hits tanzen, zur Musik die Lippen bewegen und posieren, ist eines der größten Wachstumsfelder von Bytedance. Facebook sah sich Ende vergangenen Jahres sogar veranlasst, einen eigenen Tiktok-Klon namens Lasso zu launchen.

2016 als internationaler Zweig der chinesischen Musikvideo-App Douyin gestartet, hat Tiktok, 2018 mit seinem von Bytedance erworbenen Wettbewerber Musical.ly verschmolzen, die Teenagerwelt im Sturm erobert. Laut dem Branchendienst "Businessofapps" rangiert Tiktok seit Juni 2018 unter den vier am häufigsten heruntergeladenen Apps weltweit - noch vor Instagram. Mittlerweile wird die App von mehr als einer halben Milliarde Kunden in mehr als 150 Ländern genutzt.

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