29.12.2018 
Technologie-Trends

Buzzwords im Check: Was ist 2018 besser geworden?

Von und

16. Teil: Sharing Economy - Geteiltes Leid ist vielfaches Leid

Das Versprechen: Teilen statt besitzen - in schönster Weise verbinden sich der Altruismus sozialer Projekte und die Veränderungswucht der digitalen Transformation, zumindest wenn man Ökonomen wie Jeremy Rifkin mit seiner These von der "Null-Grenzkosten-Gesellschaft" folgt, nach welcher Kapitalismus sich selbst aufhebt zu Gunsten eines Paradieses, in dem es niemandem an irgendetwas mangeln muss.

Die Realität: Einige Vorreiterunternehmen, die unter dem Label "Sharing Economy" Furore gemacht haben, wurden schnell zu den größten Bösewichten der Techbranche.

Airbnb steht unter dem Verdacht, die Zweckentfremdung von Wohnungen in Kurzzeitunterkünfte zu begünstigen und so die Mieten hochzutreiben. Das Geschäftsmodell von Uber beruht in erster Linie darauf, die Sozialstandards der Taxibranche zu unterlaufen. Chinesische Bikesharing-Firmen haben ihre gewaltige Kapitalsammlung vor allem dazu genutzt, die Bürgersteige der Städte mit Fahrradschrott zu vermüllen - und nach den ersten Pleiten läuft die nächste Welle mit so genannten Elektro-Scootern.

Etikettenschwindel, heißt es aus der tatsächlich existenten digitalen Sozialszene. Wirkliche Sharing Economy, das ist das Modell der (von der Musikindustrie zerstörten) Piratenplattform Napster. Was sich dagegen nach dem Muster von Spotify durchgesetzt hat, sollte eher On-demand-Economy genannt werden:

An den Grundprinzipien von Ware und Preis hat sich nichts geändert. Es wird eben gemietet statt gekauft. Auch das jedoch setzt ökonomisches Potenzial frei: Wer eine Plattensammlung oder ein Cabrio haben will, muss nicht gleich sein ganzes Vermögen einsetzen. Und die Auswüchse müssen wohl staatliche Regulierer in den Griff bekommen.

Mitarbeit: la, wed, mihec, akn

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