05.02.2019 
Spotifys Direct Listing hat Schule gemacht

Slack plant Börsengang in Schnäppchenversion

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Der Bürokommunikationsdienst Slack macht sich bereit für den Gang an die Börse. Man habe vertraulich einen Antrag für die Platzierung von Aktien gestellt, teilte das Unternehmen am Montag in San Francisco mit. Ein konkretes Datum für den Börsengang gibt es noch nicht. Laut "Wall Street Journal" könnte es bereits im Frühling soweit sein. Bloomberg rechnet eher mit einem Börsengang zur Jahresmitte hin.

Anders als bei klassischen Börsengängen, sogenannten Initial Public Offerings (IPOs), hat sich Slack für ein sogenanntes Direct Listing, auch Direct Private Offering (DPO) genannt, entschieden, wie das "Wall Street Journal" berichtete - eine Art des Börsengangs, die zuvor schon der Streamingdienst Spotify wählte. Dabei sammelt Slack kein zusätzliches Geld ein. Investoren bekommen jedoch die Möglichkeit, ihre Anteile direkt an der Börse verkaufen.

Das hat für Unternehmen, die kein frisches Geld benötigen, den Vorteil, dass sie beträchtliche Summen sparen können, die ansonsten Banken für die Vorbereitung des IPOs kassiert hätten. Das heißt aber nicht, dass die Banken ganz außen vor bleiben. Für sein Private Listing hat sich Slack den Berichten zufolge - wie zuvor auch Spotify - die Hilfe von Goldman Sachs, Morgan Stanley, and Allen & Co. gesichert.

Doch ein DPO kommt das Unternehmen deutlich günstiger als ein klassischer IPO. So schätzten Medien zuletzt die DPO-Beratungs-Gebühren für den Spotify-Börsengang auf rund 36 Millionen Dollar. Der Instant-Messaging-Dienst Snapchat hatte bei seinem regulären Börsengang 2017 mit 100 Millionen Dollar fast das Dreifache hingelegt.

Zudem gibt es bei einem DPO keine Lock-up-Periode. Das heißt Anteilseigner müssen ihre Aktien nicht über eine bestimmte Frist halten, bis sie verkaufen dürfen.

Allerdings gilt eine Direktplatzierung als riskanter, da Banken nicht als Zwischenhändler beziehungsweise Kursstabilisator auftreten. Bei Spotify, die im April vergangenen Jahrens per DOP an die Börse gingen, erwies sich dieser potenzielle Nachteil allerdings als irrelevant.

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