13.03.2019 
Aktionärsklage gegen Google

Millionen-Abfindungen für Manager, die Angestellte belästigt haben sollen

Google hat seinem früheren Topmanager Amit Singhal eine Abfindung über 35 Millionen US-Dollar gezahlt, obwohl er den Konzern wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung verlassen haben soll. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.

Aktionäre hatten im Januar Klage gegen den Suchmaschinengiganten eingereicht. Vorausgegangen war ein Bericht der Zeitung "New York Times", laut dem Google nicht nur Singhal, sondern auch dem Android-Erfinder Andy Rubin trotz schwerer Anschuldigungen Millionen gezahlt haben soll. Rubin erhielt demnach 90 Millionen US-Dollar in seinem Exit-Paket, obwohl Google die betroffenen Mitarbeiterinnen für glaubwürdig hält.

In der Klage wird den Google-Vorständen vorgeworfen, das Unternehmen und die Aktionäre nicht ausreichend vor finanziellen Risiken und Rufschädigung geschützt zu haben. Stattdessen habe der Vorstand männliche Führungskräfte, denen Fehlverhalten vorgeworfen wird, ausgezahlt und anderweitig unterstützt. So investierte Google später Millionen Dollar in Andy Rubins neue Unternehmungen.

Rubin weist die Anschuldigungen gegen sich zurück. Auch Amit Singhal sagte in der Vergangenheit der Nachrichtenagentur AP, er sei nicht wegen sexueller Belästigung beschuldigt worden und habe das Unternehmen freiwillig verlassen.

Singhal, der das Team "Suche" bei Google leitete, wechselte nach seinem Abgang zum Taxi-Start-up Uber. Das Unternehmen verließ er allerdings nach nur fünf Wochen wieder - laut Berichten, weil er den Grund seines Abgangs bei Google nicht offengelegt hatte.

Google droht mit "ernsten Folgen"

Von Google hieß es in einem aktuellen Statement zur Klage, dass es "ernste Folgen für jeden gibt, der sich bei Google unangemessen verhält". In den letzten Jahren habe der Konzern viel verändert und sei immer härter gegen unangemessenes Verhalten von Personen in Führung vorgegangen.

Nachdem im vergangenen Jahr die hohen Zahlungen an Andy Rubin bekannt geworden waren, schickte Google-CEO Sundar Pichai eine E-Mail an seine Mitarbeiter. Darin erklärte er, der Konzern habe in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens entlassen. Darunter seien 13 Manager in wichtigen Positionen gewesen, keiner habe Geld beim Abgang erhalten.

Der Vorfall aber führte dazu, dass Google massiven Druck aus seiner Belegschaft bekam. Im November protestierten weltweit zehntausende Google-Mitarbeiter gegen den laxen Umgang des Konzerns mit Vorwürfen der sexuelle Belästigung.

kyr/AP

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