26.02.2019 
Erlaubnis für Elektroroller in Deutschland erteilt

So werden E-Roller diesen Sommer Deutschlands Städte verändern

Eine Meinungsmache von Patrick Setzer

3. Teil: Jetzt werden die Städte aufgemischt

In deutschen Städten haben Mobilitätsdienstleister aus den USA und Asien verbrannte Erde hinterlassen. In München beispielsweise wurden bei der Insolvenz des Fahrrad-Sharing-Dienstes Obike aus Singapur rund 7000 Räder über Nacht herrenlos. Dies hatte zur Folge, dass die Stadt durch Schrotträder in Flüssen, Parks oder hoch in Bäumen förmlich vermüllt wurde.

Auch der Ride-Hailing Dienst Uber hat mit seiner Haltung in den meisten Ländern Europas Abwehr hervorgerufen. Mit der amerikanischen Art, europäische Regeln zu ignorieren und notfalls mit gefüllten Taschen und beauftragten Rechtsanwälten auf Städte, Lobbys und Verbände loszugehen, hat sich Uber selbst einen Frondienst erwiesen und heute auch Feinde.

In Paris zeigt sich die Stadt förmlich überrollt von der Roller-Bewegung. Hier sind bereits sieben E-Roller-Anbieter aktiv und die Stadt hat es nicht leicht, die zigtausend Roller zu kontrollieren. Die nun initiierte Bewegung "Charta des guten Benehmens" für "Trotinettes", wie die Roller in Frankreich genannt werden, ist eine elegante Idee, die schnell unter die Räder kommen wird, wenn nicht hart limitierende Regelungen folgen.

Selbst in den USA haben Bird und Lime bereits Federn bei den Stadtverwaltungen lassen müssen, da sie sich wenig um die lokalen Effekte ihrer Dienste gekümmert haben und in der Folge zeitweise abrupt abgeschaltet wurden. Auf Instagram kann man sich vom Umgang mit Scootern unter "Scootersbehavingbadly" schnell ein Bild machen. Wenn die deutschen Städte sich nicht in den nächsten Wochen auf die Rollerflut vorbereiten wird sich ein Obike-Schrott-Szenario mit Tretrollern wiederholen.

3 | 4

Mehr zum Thema