10.12.2018 
KI-Strategie

Künstliche Intelligenz - was Deutschland besser machen muss

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3. Teil: Warum Bürokratieabbau dringend nötig ist

Ein weiterer kritischer Punkt, den viele Experten als entscheidend ansehen, ist, ob es der Bundesregierung tatsächlich gelingt, die Forschung und die Unternehmensgründung zu entbürokratisieren. So sieht die KI-Strategie der Bundesregierung zwar vor, Unternehmensgründungs-Programme wie Exist stark auszubauen.

Doch die damit verbundenen bürokratischen Hürden und Verzögerungen sind oft beträchtlich: Beispielsweise müssen IP-Rechte bei der Loslösung von den Universitäten abgekauft werden - ein Prozess der aufgrund seiner Dauer den Einstieg externer Investoren massiv verzögern kann oder diese sogar abschreckt.

Video: Wirtschaftsminister Peter Altmaier über deutsche Technik-Lücken

Und auch in der Forschung ist nach Einschätzung von Experten eine Bürokratieabbau dringend nötig, um Deutschland als Forschungsland für externe Spitzenforscher attraktiver zu machen: "Gehalt ist nicht alles", sagt Jörg Bienert, Vorsitzender des KI-Bundesverbandes. "Woran Forscher vor allem interessiert sind, sind Forschungsmöglichkeiten. Daran, auch mal ohne großen Bürokratieaufwand Forschungsmittel zu bekommen oder sich auch Fehlschläge leisten zu können."

Was fehlt ist eine positive Vision

Vor allem aber braucht KI in Deutschland nach Auffassung vieler Experten ein besseres Image, eine positive Story. Aktuell verbinden viele mit dem Stichwort KI vor allem Ängste: Sorgen, dass die neuen Technologien ihnen Arbeitsplätze wegnehmen werden, die Welt weniger menschlich machen und letztlich kluge Maschinen sogar die Macht übernehmen könnten.

"In Deutschland herrscht eine enorme Technologiefeindlichkeit. Dabei brauchen wir eine Geschichte, die der Bevölkerung vermittelt, dass KI gut sein kann, Arbeitsplätze sichert und täglich Menschenleben rettet", sagt KI-Investor Westerheide.

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