10.12.2018 
KI-Strategie

Künstliche Intelligenz - was Deutschland besser machen muss

Von

2. Teil: Warum das Prinzip Gießkanne so nicht funktionieren kann

Die Bundesregierung hat mit ihrer KI-Strategie viel vor: Deutschland, so die Idee, soll zum führenden KI-Standort werden. Bislang ist die Bundesrepublik hier klar von der Konkurrenz aus China und den USA abgehängt.

Um angesichts der rasanten Entwicklung möglichst schnell zu den führenden Nationen aufzuschließen, setzt der Bund in der Forschung auf eine Doppelstrategie - will Alt und Neu - bestehende und neue Institutionen - gleichzeitig fördern:

Zum einen sollen bestehende Kompetenzzentren regional weiterentwickelt werden: etwa das bereits 1988 gegründete Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) oder das Cyber Valley in der Region Stuttgart-Tübingen. Mindestens 100 zusätzliche Professuren sollen entstehen.

Zum anderen soll eine "Agentur für Sprunginnovationen" eingerichtet werden - bei der ähnlich wie bei der DARPA in den USA, so genannte Challenges, also Wettbewerbe ausgeschrieben werden könnten. Wettbewerbe, innerhalb derer Forscher, Start-ups oder Projektgruppen konkrete Probleme lösen müssen - und sich dabei auch für die Finanzierung ihrer Projekte qualifizieren können.

Die Strategie war noch nicht publik, da begann in den Bundesländern bereits das Ringen um die Millionen und darum, wer und welche Standorte am förder- und ausbauwürdigsten sind.

Und genau darin sehen viele Experten ein großes Problem: "Wenn wir drei bis fünf Jahre streiten, wer was kriegt, ist der Markt an uns vorbeigezogen", sagt der KI-Investor Fabian Westerheide, der mit der Riseof.ai-Konferenz eine der größten KI-Konferenzen des Landes veranstaltet.

Statt die avisierte Förderung im Gießkannenprinzip auf unterschiedlichste Einrichtung zu verteilen, plädierte Westerheide, wie auch die KI-Unternehmerin Tina Klüwer für ein Leuchtturmprojekt ähnlich des MIT, mit dessen Namen und Leuchtkraft sich auch internationale Spitzenkräfte anziehen lassen. Und das sollte, um gerade auch für ausländisches Personal attraktiv zu sein, nicht in der Provinz sondern in einer für Ausländer attraktiven Metropole wie Berlin angesiedelt werden, ist Westerheide überzeugt.

2 | 3

Mehr zum Thema