20.11.2019 
Boeing-Aktie rutscht ins Minus

US-Behörde empfiehlt Umkonstruktion der Boeing 737

Die Aktien von Boeing haben am Dienstag ihre anfänglich klaren Kursgewinne im Handelsverlauf komplett eingebüßt und sind mittlerweile im Minus gelandet. Händler verwiesen auf kritische Aussagen der US-Luftfahrt-Behörde NTSB zur neuen Generation des Modells 737. Die Behörde empfahl dem Flugzeugbauer, tausende Jets anders zu konstruieren, um eine Wiederholung des Vorfalls mit der Typvariante 737 NG zu vermeiden, bei dem im vergangenen Jahr ein Passagier getötet worden war.

Bei der Baureihe 737 NG waren in der Vergangenheit Bauteil-Risse an der Verbindung zwischen den Tragflächen und dem Rumpf festgestellt worden. Boeing teilte Anfang Oktober mit, dass es bei Maschinen der Baureihe 737 NG Risse an der Verbindung zwischen Tragflächen und Rumpf geben könne, zu dem das wichtige Bauteil mit der Bezeichnung "Pickle fork" zählt. Daraufhin wurden dutzende Boeing-Maschinen der australischen Gesellschaft Qantas, der US-Gesellschaft Southwest und bei Korean Air vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Auch Ryanair überprüfte seine Flugzeuge dieses Typs. Von den verschiedenen Modellen der 737 NG wurden seit Mitte der 90er Jahre nach Angaben von Boeing weltweit mehr als 6100 Exemplare hergestellt.

Boeing steht bereits wegen Abstürzen zweier Maschinen vom neuen Typ 737 MAX massiv unter Druck. Seit März gilt ein weltweites Flugverbot für alle Maschinen dieses Typs. Ermittler vermuten, dass bei den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien mit insgesamt 346 Toten ein automatisches Stabilisierungssystem eine zentrale Rolle spielte. Boeing-Chef Muilenberg verzichtet wegen der jüngsten Skandale jetzt auf Boni in Millionenhöhe.

la/dpa

Mehr zum Thema