29.11.2018 
Amazon drängt in den Gesundheitsmarkt

Wie Amazon mit KI Ärzte und Patienten ködern will

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2. Teil: Amazon als Apotheke?

Zudem experimentiert der Konzern offenbar mit einer in elektronischen Krankenakten verbundenen App. So sollen Ärzte Patienten per Link Produktempfehlungen zukommen lassen können, die diese dann über den Online-Riesen bestellen könnten.

Mit seinem Vorstoß hat sich nicht nur Amazon einen lukratives Geschäftsfeld ausgesucht: Laut dem Marktforscher Grand View Research liegt alleine das Marktvolumen für elektronische Patientendaten bei mehr als sieben Milliarden Dollar jährlich.

Und auch andere Konzerne und Unternehmen haben den EHealth-Bereich ins Visier genommen - allerdings mit unterschiedlichem Erfolg.

Wer alles mitmischt

So hatte IBMs KI-Programm Watson - einer der Pioniere in dem Sektor - im Gesundheitsbereich zuletzt mit Rückschlägen zu kämpfen. Weil Krebstherapien, die Watson den Ärzten nach Analyse von Patientendaten vorgeschlagen hatten, von diesen teilweise als wenig zielführend bewertet wurden, meldeten mehrere Partner Zweifel an oder stiegen direkt aus dem Projekt aus.

Auch Apple ist unter anderem mit seinem "Health kit" schon länger in dem Bereich aktiv. Laut "WSJ" gab es Gespräche zwischen Apple und dem Kriegsveteranenministerium der Vereinigten Staaten bezüglich einer Software, die es Veteranen ermöglichen soll, ihre Krankenakten auf iPhones zu übertragen.

Auch in Deutschland bringen sich Unternehmen im elektronischen Gesundheitsmarkt in Stellung. So ging zum Beispiel im September die Gesundheitsdaten-App Vivy in Deutschland an den Start, die bis zu 13,5 Millionen Versicherte von Kassen wie Allianz, Barmenia, DAK-Gesundheit, IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie die Versicherten mehrerer Betriebskrankenkassen und ab Februar auch die Kunden der Gothaer nutzen können.

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