09.07.2019 
Start-up drängt ins Luxussegment

Eine Woche Airbnb - für eine Million Dollar

Von
airbnb

Die Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb treibt die Hotelbranche seit Jahren vor sich her. Nun drängen die Amerikaner selbst in den lukrativsten Teil der Branche vor: das Luxussegment.

Seit Kurzem können Kunden der Onlineplattform auch ihren Luxusurlaub bei Airbnb buchen - in mehr als 2000 Luxusbleiben der Welt: von Schlössern in Frankreich über Villen in der Toskana und die "The Fleming Villa" in Jamaika, wo James-Bond-Autor Ian Fleming seine berühmten Spionageromane geschrieben hat, bis hin zum exklusives Resort von "Cirque du Soleil"-Gründer Guy Laliberté auf einem Privat-Atoll in Französisch-Polynesien. Kostenpunkt: eine Million Dollar die Woche - inklusive 50 Beschäftigten.

Anders als beim Basisangebot, wo Mieter den Wohnungsschlüssel oft selbst aus dem Schlüsseltresor an der Haustür fischen müssen und Sauberkeit mitunter Glückssache ist, sollen bei Airbnb Luxe keine Wünsche offen bleiben: Neben geprüftem Niveau in Sachen Design, Ausstattung und Funktionalität können Kunden der Airbnb-Luxusversion je nach Unterkunft und Wunsch auf Privatköche, Bedienstete, Kinderbetreuung, Massagetherapeuten oder Personal Trainer und einen persönlichen Reiseplaner zurückgreifen. Auch ein Concierge-Service steht den Kunden rund um die Uhr zur Verfügung, der beispielsweise Restaurantbuchungen veranlassen kann oder über den sich Ausflüge buchen lassen.

Luxus boomt - auch bei Airbnb

Nach Angaben von Airbnb sind im vergangenen Jahr die Buchungen jenseits von 1000 Dollar pro Nacht auf der Plattform um 60 Prozent gestiegen. Eine Entwicklung, die der Konzern darin begründet sieht, dass seine Kunden nicht nur zusammen mit Airbnb gealtert, sondern in der Regel auch wohlhabender geworden sind - und dem die Amerikaner auch mit ihrem 2018 gestarteten "Airbnb-Plus" Angebot entgegen kommen, bei dem die Qualität der Unterkünfte im Vorfeld vom Unternehmen überprüft wird.

Für Airbnb ein potenziell extrem lukratives Geschäft, kassiert der Plattformbetreiber doch sowohl von Vermietern als auch Mietern eine Provision - bei klassischen Buchungen von jeweils rund 20 Prozent. Bei Mietkosten von rund einer Million Dollar pro Woche, wie beispielsweise auf dem Nukutepipi-Atoll in Französisch-Polynesien, ein ganz ansehnlicher Betrag.

Entsprechend wollen Hotelketten wie Four Seasons und Marriott Airbnb das Segment nicht überlassen und haben eigene Angebote zur Vermietung privater Luxusbleiben gestartet. Denn dort ist viel zu holen: Den wachsenden Luxusreisemarkt sehen Marktforscher aktuell bereits bei 200 Milliarden Dollar - Tendenz steigend.

So ging Marriott kürzlich mit einem eigenen Angebot 2000 kuratierter Privatunterkünfte an den Markt. Im Juni folgte Four Seasons mit seinem Angebot "Private Retreats", über das Reisende Luxusunterkünfte an 21 Urlaubszielen wie Kyoto oder den Seychellen buchen können.

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