08.11.2018 
Neue Verwaltungsratsvorsitzende

Telstra-Finanzvorständin kontrolliert künftig Elon Musk

Elon Musk war bisher CEO und Chairman in einer Person - nun muss er das Amt des Chairman abgeben
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Elon Musk war bisher CEO und Chairman in einer Person - nun muss er das Amt des Chairman abgeben

Wie mit der US-Börsenaufsicht SEC vereinbart, macht Tesla-Chef Elon Musk den Weg frei für eine Neubesetzung des Chairman-Postens von Tesla. Robyn Denholm werde neue Vorsitzende des Verwaltungsrats des Unternehmens, teilte Tesla am Donnerstag mit.

Denholm ist seit 2014 Verwaltungsratsmitglied des Elektroautobauers, steht Musk nach US-Medienberichten aber weniger nahe als einige andere Mitglieder des Gremium. Derzeit ist sie noch Finanzvorständin des australischen Telekommunikationsbetreibers Telstra. Dieses Amt wird die 55-Jährige allerdings aufgeben, um sich hauptamtlich um die Kontrolle von Musk zu kümmern. Operativ bleibt Elon Musk als CEO der Chef des Elektroautobauers.

Musk hatte sich Anfang Oktober mit der Börsenaufsicht darauf geeinigt, innerhalb von 45 Tagen vom Amt des Chairman zurückzutreten und auch in den kommenden drei Jahren nicht wiedergewählt werden zu dürfen. Zudem sollen zwei neue, unabhängige Mitglieder in den Verwaltungsrat einziehen. Die Suche nach ihnen läuft allerdings noch.

Verwaltungsrat hat mehr Macht als Aufsichtsrat in Deutschland

Die Börsenaufsicht hatte ihm in einer Klage vorgeworfen, Anleger in die Irre geführt zu haben, und wollte erreichen, dass er auf Lebenszeit aus Chefetagen börsennotierter US-Unternehmen verbannt wird. Der 47-Jährige hatte am 7. August getweetet, er habe genügend Geld beisammen, um Tesla von der Börse zu nehmen und dafür 420 Dollar je Aktie zu zahlen. Der Kurs von Tesla war entsprechend gesprungen. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Musk die Finanzierung keineswegs gesichert hatte. Folglich musste er den Deal absagen.

Der Verwaltungsrat in US-Unternehmen hat nicht nur eine Kontrollfunktion wie Aufsichtsräte in Deutschland. Seine Befugnisse reichen weiter, so bestimmt er unter anderem stärker die Firmenstrategie mit. Der Tesla-Verwaltungsrat stand bisher fest hinter Musk, und der für waghalsige Projekte bekannte Milliardär hatte praktisch die volle Kontrolle über das Unternehmen. Investoren und Marktbeobachter hatten schon früher gefordert, Tesla brauche einen eigenständigeren Verwaltungsrat als Gegenpol zu Musk. Mit der Auflage will die SEC erreichen, dass Musk stärker kontrolliert wird. Unter anderem sollen seine Tweets, die Kursbewegungen auslösen können, erst freigegeben werden.


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Denholm hat Erfahrung in der Autobranche: Sie arbeitete einst im Finanzbereich bei Toyota in Australien. Ihre Karriere hob aber vor allem in der Tech-Branche ab: Sie arbeitete bei Sun Microsystems und war Finanzchefin beim Netzwerkspezialisten Juniper Networks, bevor sie zu Telstra wechselte. Dort war sie zunächst für das operative Geschäft zuständig und übernahm erst zum 1. Oktober die Position der Finanzchefin. Sie wird den Job noch in ihrer sechsmonatigen Kündigungsfrist bis Mai 2019 weitermachen.

mg/rtr, dpa-afx

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