07.03.2018  Ökonom und Berater Peter Navarro

Das ist jetzt Trumps wichtigster Wirtschafts-Einflüsterer

Krönung eines Comebacks: US-Präsident Trump mit Berater Navarro (r.)
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Krönung eines Comebacks: US-Präsident Trump mit Berater Navarro (r.)

Peter Navarro wirkt in diesen Tagen wie aufgepumpt. Mit strotzendem Selbstbewusstsein wirbt der Wirtschaftsberater im Weißen Haus für die US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl. Die von Präsident Donald Trump angekündigten Maßnahmen sind für den handelspolitischen Falken ein persönlicher Triumph. Navarro konnte sich damit in einem internen Flügelkampf durchsetzen.

Zu Navarros Gegnern gehörte Gary Cohn. Der bisherige Leiter des Wirtschaftsgremiums im Weißen Haus, ein Advokat des Freihandels, zog am Dienstag die Konsequenz aus seiner Niederlage und erklärte seinen Rücktritt.

Navarro legt sich indessen seit Tagen für Trump ins Zeug und preist in TV-Auftritten dessen "mutige, harte Entscheidung" zum Schutz der heimischen Produzenten an. Die vielen Warnungen vor einem Handelskrieg schlägt der 68-jährige Wirtschaftsprofessor in den Wind. An Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder glaube er nicht - "aus dem einfachen Grund, dass wir der lukrativste und größte Markt der Welt sind".

Mit seinem leidenschaftlichen Einsatz für die Strafzölle stärkt Navarro seinen Ruf als Enfant terrible. Denn mit seiner extrem skeptischen Sicht des Freihandels liegt er nicht nur quer zur vorherrschenden Meinung in seiner Ökonomen-Zunft, sondern auch zu großen Teilen des republikanischen Partei-Establishments - viele Republikaner im Kongress sind entsetzt über die Strafzölle.

Beunruhigende Nachrichten für Deutschland

Aber auch im Ausland ist Navarro ist eine Reizfigur, und zwar nicht erst seit Ausbruch des aktuellen Handelsstreits. Schon seit längerem provoziert er mit beinharter Kritik an anderen Ländern, darunter auch Deutschland.

In einem Aufsehen erregenden Zeitungsinterview kurz nach Trumps Amtsantritt bezichtigte er Deutschland, die USA sowie andere EU-Staaten mittels eines angeblich drastisch unterbewerteten Euro "auszubeuten". Dass Navarro zuletzt an Einfluss im Weißen Haus hinzugewonnen hat, ist für die Bundesregierung also - über den Streit um Aluminium und Stahl hinaus - eine überaus beunruhigende Nachricht.

Navarro brachte wie auch Trump keinerlei Regierungserfahrung ins Weiße Haus mit. Seine lange akademische Laufbahn führte ihn vom Ostküstenstaat Massachusetts, wo er an der Eliteschmiede Harvard den Doktortitel erwarb, nach Kalifornien. Dort lehrte er mehr als 20 Jahre an der University of California in Irvine.

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