24.01.2018  Comeback des Flugunternehmers Niki Lauda

Der fünfte Anlauf des "Niki Nationale"

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Eine Sache aufgeben, wenn er noch den Funken einer Chance sieht: Das zählt nicht zum Verhaltensrepertoire von Andreas Nikolaus Lauda, der in seiner Heimat Österreich gerne als "Niki Nationale" bezeichnet wird. Mit Comebacks kennt sich der 68-jährige Spross einer Wiener Industriellenfamilie nicht nur im sportlichen Bereich aus: Sein Horrorunfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976 kostete ihn beinahe das Leben, trotzdem saß er 42 Tage später wieder im Cockpit eines Formel 1-Rennautos - und wurde im Lauf seiner Karriere drei Mal Weltmeister in der Königsklasse des Motorsports.

Als Geschäftsmann bewies Lauda viel Beharrlichkeit und Stehvermögen, auch wenn er als Luftfahrt-Unternehmer viele Höhen und Tiefen durchflog: Seine erste eigene Fluglinie gründete er noch als aktiver Formel 1-Rennfahrer im Jahr 1979 - weil er nach eigenen Worten "keine Lust mehr hatte, nur mehr im Kreis zu fahren".

Allzu erfolgreich war die allererste "Lauda Air" jedoch nicht: Im Jahr 1983 musste Lauda den Flugbetrieb einstellen, weil er mit seiner Miniflotte aus drei Propellermaschinen gegen Österreichs damalige Staats-Airline Austrian Airlines keine Chance hatte.

Im Jahr 1985 wagte der risikobereite Ex-Rennfahrer einen zweiten Anlauf mit der Lauda Air - mit einem neuen Konzept: Er positionierte seine Fluglinie als Ferienflieger und kooperierte dafür mit dem deutschen Ferienflug-Spezialisten Condor. Von der Konkurrenz wollte er sich mit besonderem Service an Bord abheben - den er mit dem Lauda-Air-Slogan "Service is our success" gekonnt vermarktete. Dabei setzte er auch auf besseres Essen für seine Fluggäste. Die Bordmenüs kreierte der Wiener Gourmetcaterer Do & Co, mit dessen Gründer Attila Dogudan Lauda bis heute befreundet ist.

Auch als Unternehmer ging Lauda großes Risiko ein

Der wohl dunkelste Moment in Laudas Leben kam 1991, als eine Boeing 767 seiner Airline wegen eines technischen Konstruktionsfehlers über Thailand abstürzte und alle 223 Insassen starben. "Ich war tief erschüttert", erzählte er. Lauda flog nach dem Unglück unverzüglich nach Thailand, sprach den Angehörigen persönlich sein Beileid aus, und drängte auf vollständige Aufklärung. In Österreich gilt sein Verhalten nach dem Flugzeugabsturz bis heute als Musterbeispiel gelungener Krisenkommunikation - und half wohl auch dabei, den Buchungseinbruch danach zu überstehen.

Dennoch musste Lauda im kleinen Markt Österreich letztlich seinen Erzkonkurrenten Austrian Airlines an Bord holen, um zu überleben. Doch der umtriebige und durchaus streitlustige Lauda konnte mit den Managern der behäbigen Staats-Airline nicht - und verkaufte seine Fluglinie ab 1997 schrittweise an den Lokalmatador. Damals schrieb die Lauda Air teils hohe Verluste. Lauda wurden dabei grobe Managementfehler vorgeworfen. Wirtschaftsprüfer rügten zudem auch Laudas riskanten Fremdwährungsgeschäfte.

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