09.03.2018  Votum mit Seltenheitswert

Aktionäre stimmen gegen Mega-Salär für Disney-Chef Iger

Bob Iger
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Bob Iger

Die Aktionäre von Walt Disney haben dem langjährigen Konzernchef Bob Iger einen Denkzettel verpasst. In einem unverbindlichen Votum stimmten die Anteilseigner am Donnerstag überraschend gegen den fürs laufende Jahr vorgesehenen Gehaltssprung auf mehr als 50 Millionen Dollar jährlich.

So etwas passiert sehr selten. Nach Daten des einflussreichen Aktionärsberaters ISS war dies im vergangenen Jahr lediglich bei 1,2 Prozent der im S&P 500 gelisteten Unternehmen der Fall. In diesem Jahr ist es der erste Fall dieser Art im S&P 500, so die "Financial Times".

Auswirkungen hat das unverbindliche Votum allerdings kaum. Der für die Vergütung zuständige Disney-Verwaltungsrat akzeptierte die Entscheidung zwar, fügte aber hinzu, man werde dies "bei künftigen CEO-Vergütungen berücksichtigen".

Der neue Vergütungsplan für Disney-Chef Iger sieht vor, dass der CEO von 2018 bis 2021 bis zu 48,5 Millionen Dollar pro Jahr sowie rund 100 Millionen Dollar an Eigenkapital über den gesamten Zeitraum verteilt erhält. Auf diese Weise will der Konzern sicherstellen, dass Iger an Bord bleibt, bis die Übernahme und Integration von Teilen von 21st Century Fox abgeschlossen ist. Disney beschloss im vergangenen Jahr, das Film- und TV-Geschäft des Entertainment-Riesen für mehr als 50 Milliarden Dollar zu übernehmen.

Die Berater von ISS bezeichnen den Vergütungsplan für Iger als "exzessiv". Im vergangenen Jahr landeten 36,3 Millionen Dollar auf dem Konto von Iger, der den US-Unterhaltungskonzern seit 2005 leitet.

cr/rtr

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