11.04.2018 
Esra Küçük

Die Kulturstiftung der Allianz bekommt eine neue Chefin

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Esra Küçük: Die künftige Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung kommt vom Maxim Gorki Theater
picture alliance / dpa
Esra Küçük: Die künftige Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung kommt vom Maxim Gorki Theater

Eine der renommiertesten Konzernstiftungen im Land bekommt eine neue Chefin. Zum 1. Juli wird Esra Küçük (35) nach Informationen von manager-magazin.de Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung mit Sitz in Berlin. Küçük wechselt vom Maxim Gorki Theater, wo sie als Mitglied des Direktoriums das Gorki Forum leitet, ins Stiftungsbüro der Versicherers am Pariser Platz.

Die meisten Dax-Konzerne unterhalten Stiftungen und engagieren sich so für Kultur, Bildung oder Völkerverständigung. Oft werden die Stiftungen zwar von Ex-Vorständen mit geführt - die Deutsche Bank Stiftung etwa leitet Ex-Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, den Stiftungsrat der Allianz-Kulturstiftung führte einst der langjährige Konzernchef Henning Schulte-Noelle. Vielen Konzernstiftungen fällt es aber schwer, sich in aktuellen Debatten Gehör zu verschaffen, schon weil sie Rücksicht nehmen müssen auf die Konzerninteressen.

Mit Küçük dürfte Arbeit der Allianz-Stiftung noch politischer werden

Die Allianz hat sich nun offenbar entschieden, mit ihrer Stiftung mehr ins politische Risiko zu gehen. Die Stiftung, die sowohl Projekte anderer fördert als auch eigene durchführt, ist in Berlin zwar bereits gut etabliert - etwa dank der Diskussionsreihe "Reden über Europa". Für ihre Initiativen wurde die Allianz Kulturstiftung zweimal mit dem Deutschen Kulturförderpreis der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

Mit Esra Küçük holt sich Allianz-CEO Oliver Bäte nun eine der führenden jungen Intellektuellen als Stiftungs-Geschäftsführerin ins Haus. 2011 gründete sie die Junge Islam Konferenz - als Reaktion auf den damaligen Bestseller "Deutschland schafft sich ab" von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin.

Mit der Initiative, in der sich bundesweit junge Menschen über Fragen wie Identität, Islam oder Rassismus austauschen, schuf Küçük eins der wichtigsten Dialogforen zum Thema Einwanderungsgesellschaft. Auch die Zunahme des Rechtspopulismus treibt sie seit langem um. Als Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung dürfte sie deren Arbeit noch mehr auf politische Wirkung ausrichten.

Küçük wuchs in Hamburg auf. Ihre Eltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie in Münster und Frankreich Politik. Stiftungserfahrung sammelte sie in verschiedenen Funktionen bei der Stiftung Mercator in Essen.

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