14.09.2018 
Drei Strategien für den Job

Urlaub fürs Ego - wie man am besten mit Kritik umgeht

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3. Teil: Schicken Sie Ihr Ego ab und zu in den Urlaub

Jeden Monat schreibe ich an einem Newsletter über Neuigkeiten und Erfahrungen aus der Positiven Psychologie. Erfreulicherweise erlebe ich täglich so viele lehrreiche Beispiele, dass mir das Material nicht ausgeht. Besonders am Herzen lag mir kürzlich der Bericht über mein Experiment, eine Woche ohne To-Do Liste zu leben. Die Worte sprudelten förmlich aus meinem Kopf in den Computer. Nach dem Schreiben gehen meine Newsletter immer ins Lektorat. Zurück kam eine unerwartet lange Liste an Verbesserungen - von Google-optimierter Überschriftenlänge über Begriffsnachfragen bis zu Kürzungen.

Sicher haben Sie das auch schon einmal erlebt: Sie sind voller Begeisterung für Ihre Idee und werden scheinbar ausgebremst. Das kostet in der Regel viel Freude, die man vorher in dieser Angelegenheit hatte. So ging es auch mir.

Meine erste Reaktion an meine Lektorin wäre beinah diese gewesen: "wenn Ihnen mein toller Artikel nicht gefällt, dann lassen wir es eben". Ich hatte weder Zeit noch Lust auf eine umfassende Überarbeitung. Hier ist meist das "Denkhirn" für einen Moment ausgeschaltet, weil der Frust des "Emotionshirns" die Regie übernimmt. Wir trennen Person und Sache nicht mehr und vergessen, dass eine Sache durch gemeinsame Überlegungen nur besser werden kann. Kurzum, ein Egospiel, das absolut immer schadet. Uns selbst, der Sache und der Beziehung.

Ich regte mich schnell wieder ab, besann mich darauf, dass mir das Thema sehr wichtig war und ich natürlich mit meiner Lektorin in einem Boot sitze. Ich habe sie ja gebucht, um mich zu unterstützen. Nachdem ich durchgeatmet hatte, konnte ich die Hilfe dankbar annehmen und am Ende sehen, wieviel besser der Newsletter nach den gemeinsamen Überlegungen war.

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