14.09.2018 
Drei Strategien für den Job

Urlaub fürs Ego - wie man am besten mit Kritik umgeht

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2. Teil: Jedes Schlechte hat etwas Gutes: wirklich!

Ist Ihr Unternehmen auf Online-Bewertungsplattformen? Oder betreuen Sie Online-Communities? Die Situation dort lässt sich durchaus mit Offline-Erfahrungen vergleichen: Denn häufig wird im Berufsalltag Kritik nicht dem Betreffenden gegenüber geäußert oder nur versteckt, etwa bei Umfragen oder mittels Feedbackbogen. Online kann dies zudem anonym geschehen. Ich habe vor einigen Jahren einen geplanten Buchtitel im Forum eines Kollegen seinem Forum getestet und das geerntet, was wir heute "Shitstorm" nennen. Da kritisierte nicht eine konkrete Person einen konkreten Buchtitel, sondern "bärchen27" griff mich persönlich an. Ich hatte beabsichtigt, das Wort "Psycho" im Buchtitel zu verwenden und dafür eine Menge Schimpf geerntet. Weil viele Leser mit Psychologen schlechte Erfahrungen hatten. Außerdem wurde mir vorgeworfen, dass ich mir kostenlos Wissen und Erfahrungen der Leser aneignen wolle.

Es macht in dieser Situation überhaupt keinen Sinn darüber zu grübeln, ob die Kritik unangemessen oder ungerecht ist. Denn das bringt mich und die Situation nicht weiter und schaukelt höchstens die eigenen Emotionen hoch. Besser ist, nach dem Nützlichen darin zu suchen. Das war in diesem Fall zunächst wieder ein Lerneffekt: Diese Plattform war für meine Umfrage nicht geeignet. Zum anderen habe ich wertvolle Informationen erhalten. Zwar nicht auf angemessene Weise. Doch die Information bleibt. Ich habe erfahren, dass ich einen bestimmten Begriff nicht verwenden sollte. Dies hat mich davor bewahrt, einen Flop auf dem Buchmarkt zu landen.

Damit kommen wir zu einem weiteren guten Werkzeug im Umgang mit Kritik: dem Gedanken, es hätte noch schlimmer kommen können. In meinem Falle dann, wenn mein Buch mit unpassendem Titel erschienen wäre und anschließend noch viel mehr Leser über mich hergefallen wären.

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