18.06.2018 
So machen deutsche Arbeitnehmer Urlaub

Zwei von drei Mitarbeitern sind für die Firma erreichbar

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Von wegen Abschalten im Urlaub: Rund zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer sind auch im Urlaub für die Firma erreichbar. Das ist ein Ergebnis des Xing-Urlaubsreports, einer repräsentativen Umfrage, die das Karriereportal am Dienstag veröffentlicht und die manager-magazin.de vorab vorliegt. Lediglich 36 Prozent der Befragten gaben an, im Urlaub für die ihre Arbeit vollkommen offline zu sein.

Knapp 10 Prozent der Befragten gaben an, "immer erreichbar" zu sein, 17 Prozent immerhin manchmal, und 37 Prozent "in Ausnahmefällen". Zwei Drittel derer, die überhaupt erreichbar sind, checken allerdings schon von sich aus mindestens einmal am Tag ihre Mails, weit mehr als ein Drittel tun das sogar mehrmals am Tag oder sind die ganze Zeit online.

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Stressfaktoren gibt es der Umfrage zufolge vor allem vor dem Urlaub: Für gut 40 Prozent der Befragten ist es "besonders herausfordernd", mit den Kollegen abzustimmen, wer überhaupt wann gehen darf. Und für 30 Prozent ist es auch stressig, alle Aufgaben vor dem Urlaub erledigt zu bekommen, die nicht bis nachher warten können. 59 Prozent der Deutschen nehmen ihren Haupturlaub im Sommer; im Schnitt sind es 12,2 Urlaubstage. Rund 14 Prozent nehmen planen aber mindestens 16 Tage ein.

Die Umfrage befasste sich auch mit dem Thema "unbegrenzter Urlaub": Kann die Selbstbestimmung über Urlaubstage funktionieren, wie sie etwa Firmen wie Netflix in den USA anbieten, oder auch (zumindest für einige Geschäftsbereiche und Hierarchieebenen) General Electric. In Deutschland ist das Konzept bisher noch nicht so verbreitet; auch wenn etliche Start-Ups unbegrenzten Urlaub anbieten, muss in Arbeitsverträgen aus rechtlichen Gründen immer noch eine Zahl von Tagen stehen. Knapp die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer glaubt, dass das Konzept funktionieren könne, die andere Hälfte ist skeptisch bis ablehnend. Könnten sie selbst bestimmen, wie viel Urlaub sie nehmen könnten, ohne die Kollegen zu sehr zu belasten oder die Arbeit leiden zu lassen, landen sie im Schnitt bei 32,2 Tagen - das ist nur wenig mehr als der Urlaub, den es im Durchschnitt ohnehin gibt.

Ein längeres Sabbatical ist für ein Drittel der Befragten interessant; jeder Zehnte hat sogar schon Erfahrungen damit. Als Hauptmotivation für die Auszeit gaben knapp 44 Prozent Erschöpfung an, 41 Prozent wollten mehr Zeit für etwas haben, das ihnen wichtig ist, 37 Prozent aus der Routine ausbrechen. Für die Umfrage wurden 1015 festangestellte deutsche Arbeitnehmer im ersten Quartal 2018 befragt.

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