12.04.2016 
Sechs Regeln gegen das unproduktive Gelaber

Dieser kleine Zettel aus den 70ern kann Ihr Meeting retten

Von
manager magazin online

Diesen unscheinbaren Zettel, 10,5 mal sieben Zentimeter groß, habe ich im Nachlass meines Vaters gefunden, der in den 70er Jahren Führungskraft bei Philips war. Als wir ihn auf der Facebook-Seite und über den Twitteraccount des manager magazins teilten, waren die Reaktionen so einhellig begeistert wie sonst selten: "Werde das mal bei meiner nächsten Schulung auslegen. Quasi als Refresher", "mehr denn je aktuell", "genial, logisch, diszipliniert… die besten Sachen überleben eben Jahrzehnte" schrieben Leser unter anderem. Auch das Unternehmen Philips selbst meldete sich mit einem Smiley: "Also wir von Philips stimmen da immer noch zu!"

Alle fanden den Zettel toll, vielen sprach er aus der Seele. Dabei kann man ja durchaus darüber ins Grübeln kommen, ob es wohl wirklich gut ankäme oder nicht doch ziemlich passiv-aggressiv wirkte, wenn man ihn, wie vorgeschlagen, zu Beginn eines Meetings austeilt. Den Begriff "Meeting" verwendet der Zettel übrigens nicht: Damals waren es noch "Diskussionen, Konferenzen, Gespräche". Und Punkt 4 ("nur sachdienliche Beiträge bringen und dulden") lässt eine doch recht hierarchische Gesprächskultur vermuten, das legt der Begriff "dulden" nahe.

Die große positive Resonanz, die der kleine vergilbte Zettel mit den sechs knappen Regeln erzielte, zeigt aber: Meetings sind für viele, wenn nicht die meisten, noch immer eine Qual. Die wesentlichen Ärgernisse haben sich auch 40 Jahre später nicht geändert. Höchstens, dass noch weitere Störungsquellen hinzugekommen sind; vielleicht würde der unbekannte Autor des Zettels heute noch eine knappe Regel zum Thema Smartphones hinzufügen. Sonst aber ist mit den sechs Regeln eigentlich noch immer alles gesagt, was man für ein effektives Treffen braucht. Und damit ist auch genug darüber geschrieben (siehe Regel 2: "eigenen Beitrag straffen").

Mehr zum Thema