11.09.2018 
No-Gos und Erfolgsstrategien

Fünf Tipps für die Gehaltsverhandlung

Die Gehaltsverhandlung ist kein leichter Termin - mit der richtigen Vorbereitung schaffen es Arbeitnehmer aber, zu einer guten Einigung zu kommen.
Britta Pedersen/dpa-tmn
Die Gehaltsverhandlung ist kein leichter Termin - mit der richtigen Vorbereitung schaffen es Arbeitnehmer aber, zu einer guten Einigung zu kommen.

Es gibt wohl kaum ein Meeting, das Mitarbeitern mehr Schweißperlen auf die Stirn treibt als die Gehaltsverhandlung. Sie kann zum großen Triumph oder totalen Desaster werden - und oft liegt beides dicht beieinander. Dabei lässt sich das Gespräch rund ums Geld sehr gut planen. Diese fünf Tipps helfen Arbeitnehmern dabei:

Wer bin ich? Was habe ich geleistet? Was möchte ich?

Wer sich selbst gut einschätzen und diese drei Fragen beantworten kann, hat die wichtigste Vorarbeit bereits getan. "Man braucht nicht einfach nur Mut, sondern muss sich auch Klarheit darüber schaffen, warum die eigene Arbeit mehr wert ist", sagt Jutta Boenig von der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Für viele liegt genau hier das Problem. Während die Formulierung der eigenen Ziele und Wünsche noch leicht erscheint, fällt es oft umso schwerer, den beruflichen Selbstwert herauszufinden.

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Helfen kann dabei eine Auflistung aller beruflichen Erfolge der vergangenen Jahre. "Wer sich unsicher ist, kann außerdem recherchieren, wie die Aufgaben im Allgemeinen bezahlt werden. Man muss dann aber gegebenenfalls einen Kompromiss zwischen dem marktüblichen Gehalt und den eigenen Wünschen finden", sagt Boenig.

Freunde und Kollegen nach den eigenen Stärken zu fragen, kann bedingt sinnvoll sein. "Das sollte vor allem dazu führen, zu erfahren, wo man der Beste oder besonders viel wert ist", erklärt Klaus Moser, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Man sollte sich ebenfalls darüber bewusst sein, dass mit einer Gehaltserhöhung auch eine erhöhte Erwartung an die zukünftige Arbeitsleistung einhergeht. "Aus eigener Forschung wissen wir, dass auch dann eine Unzufriedenheit aus der eigenen Arbeit resultiert, wenn man vom Vorgesetzten leistungsfähiger eingeschätzt wird, als man es selbst tut", sagt Moser.

No-Go: Der Kollege verdient ja auch mehr

Boenig empfiehlt einen Probelauf mit einem kompetenten Gegenüber, das durchaus einmal unbequeme Rückfragen stellen kann. Brigitte Teuchert von der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung hält dagegen wenig von Proben, "weil man nur die eigenen Interessen kennt, nicht aber die Formulierungen des Gegenübers".

Eine gute Vorbereitung hält Teuchert dennoch für wichtig: "Man sollte die Interessen und Möglichkeiten des Arbeitgebers möglichst gut recherchieren und sich auf vermutete Fragen und Argumente des Gegenübers einstellen." Argumente wie "Der Kollege verdient mehr, deshalb möchte ich das auch" sind dabei ein No-Go. "Das ist die ungeschickteste Art und Weise, in ein Gespräch zu gehen", warnt die Sprechwissenschaftlerin der Universität Regensburg.

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