09.09.2017  Wie digitale Nomaden leben

Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Travelicia.de/TMN

Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Die Vorstellung klingt verlockend und bewegt jedes Jahr tausende Menschen zum Auswandern. Doch statt die neue Heimat an einem festen Standort auf Mallorca oder in Thailand zu suchen, sind sogenannte digitale Nomaden an wechselnden Orten der Welt zu Hause. Für den Job brauchen sie nur einen Laptop und schnelles Internet.

Felicia Hargartens Lebensmittelpunkt war bis vor ein paar Jahren noch Berlin. Heute sind ihre "home bases", wie sie ihre Standorte nennt, in Brasilien, Thailand oder auch mal in Griechenland.

Seit 2012 ist die 36-Jährige mit Freund Marcus unterwegs, beide haben früher in der Start-up-Szene gearbeitet. "Wir kannten uns mit Traffic und Webseiten schon sehr gut aus", sagt Hargarten. "Und wir hatten Bock, uns selbstständig zu machen." Die beiden gründeten eine Community für digitale Nomaden, starteten Blogs und Podcasts für Gleichgesinnte. "Wenn du ein Online-Business hast, dann verschwimmt Leben und Arbeiten sowieso", erklärt Hargarten.

Heute sieht ihr Leben so aus: Im September fahren sie nach Lissabon zur eigenen Nomaden-Konferenz, den Rest des Jahres verbringen sie vornehmlich in Brasilien. "Hier mieten wir immer bei derselben Vermieterin", erzählt Hargarten. "Wie der Tisch aussieht oder welche Bilder an der Wand hängen, ist mir eigentlich egal." Wichtig sei die Küche, sie ernährt sich vegan. Auch eine Waschmaschine ist Pflicht sowie schnelles Internet.

Lesen Sie auch: Mit dem Laptop um die Welt

Man dürfe so ein Leben nicht verwechseln mit dem Alltag eines Backpackers oder eines Touristen, betont Hargarten. Sie führt auch in der Ferne ein "ganz normales Leben". Etwa 700 bis 800 Euro geben sie und ihr Partner im Monat für Miete aus. Sollte die Wohnung mal teurer sein, vermieten sie ein Zimmer an einen weiteren digitalen Nomaden.

"Das Gefühl von zu Hause kann ich überall einstellen", erklärt sie. "Denn es hat nichts mit dem Äußeren zu tun, sondern ist ein Gefühl von innen." Bedingungen an den Ort gibt es aber. "Es sollte warm sein und die Möglichkeit zum Kitesurfen geben. Das können gern kleine und ruhigere Orte und Inseln sein. Aber möglichst keine Stadt."

1 / 2

Nachrichtenticker

Leser-Empfehlungen