25.11.2016  Frauen und Patente

Wo die meisten Erfinderinnen arbeiten

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Die gläserne Decke, die Frauen für Führungspositionen durchstoßen müssen, gilt im Silicon Valley als besonders hart. Der Frauenanteil ist jedoch nicht nur in den Führungsetagen, sondern offenbar auch in den Entwicklungsabteilungen großer US-Tech-Konzerne gering: Die World Intellectual Property Organization (WIPO) attestiert Apple , Google und Co. auch im Patentbereich eine ausgeprägte "gender gap": Wie die Grafik zeigt, die Statista für manager-magazin.de angefertigt hat, haben Frauen nur an etwa einem Viertel aller eingereichten Patentanträge der Unternehmen mitgearbeitet.

Die Top 3 der Unternehmen, in deren Anträgen sich mindestens eine Erfinderin findet, spiegelt globale Trends wieder. An der Spitze steht mit LG Chem ein Chemieunternehmen aus Korea - sowohl Land wie Branche weisen im Patentbereich einen überdurchschnittlich hohen Frauenanteil auf. Gleiches gilt zumindest auf Branchenebene auch für L'Oréal und Henkel.

Mit 23.905 Frauen in Patentanträgen hat die WIPO in Deutschland zwar absolut vergleichsweise viele Erfinderinnen gezählt; diese seien aber an weniger als einem Fünftel aller Patentanträge beteiligt. Dass hierzulande so wenige Frauen am Patentprozess beteiligt seien, führt die Organisation auf Deutschlands starke und schwache Branchen zurück.

Die Unterschiede könnten damit zusammenhängen, "dass Länder wie Deutschland viele Patente in Industrien anmelden, in denen die Beteiligung von Frauen relativ gering ist." Der Maschinen-, Pumpen- und Turbinenbau oder auch die Autobauer fänden sich etwa am unteren Ende des Rankings wieder - in diesen Feldern seien weniger als 15 Prozent der Patentanträge mit mindestens einer Frau entstanden.

Weltweit sei der Frauenanteil in Patentanträgen in den vergangenen 20 Jahren gestiegen: Von 17 Prozent 1995 auf 29 Prozent 2015. Bleibe es bei dieser Wachstumsrate, werde eine "Balance zwischen den Geschlechtern" im Jahr 2080 erreicht. Die absolut meisten Erfinderinnen arbeiten in den beiden chinesischen Unternehmen, die im vergangenen Jahr auch die meisten Patente weltweit angemeldet haben: Huawei und ZTE beschäftigen gut 8500 beziehungsweise 9200 Erfinderinnen - sie haben an über 50 Prozent der Anträge ihrer Arbeitgeber mitgearbeitet.

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