04.10.2017  Rubicon Global: Müll-Startup erreicht Milliardenwert

Das "Uber der Müllabfuhr" - Milliardenwette für die Deponie?

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Müllabfuhr in San Francisco
AFP
Müllabfuhr in San Francisco

Mit Müll Geld zu verdienen, ist eine reichlich bodenständige Idee. Unter den reichsten Deutschen bringt es der westfälische Rethmann-Clan (Remondis-Gruppe) immerhin auf Platz 22 mit mehr als fünf Milliarden Euro Vermögen im eher rustikalen Geschäft. Die Schweitzer-Brüder schaffen es mit ihrer Alba-Gruppe nicht ganz zu Milliardären, sind in Berlin aber auch eine große Nummer.

Abfall entsorgen, dafür Gebühren kassieren, wo möglich noch Reststoffe verwerten - so läuft das Geschäft auch in den USA, wo sich drei Unternehmen mit großen Deponieflächen die lukrativen Aufträge teilen.

Jetzt aber mischt ein Startup namens Rubicon Global die Branche auf. Mit dem Versprechen, dank technologischer Hilfe alles anders zu machen, hat der 36-jährige Gründer Nate Morris prominente Investoren wie Schauspieler Leonardo DiCaprio oder Salesforce-Chef Marc Benioff gewonnen.

"Nachhaltig" ist das Schlüsselwort. "Wir glauben an eine Zukunft ohne Abfall", heißt es im Selbstporträt. Das Firmenblog kritisiert die etablierten Entsorger für Verschwendung und Ineffizienz. Ohne eigene Müllwagen und Deponien könne man dafür sorgen, Ressourcen zu sparen. Als begehrte App für Millennials will Morris sein Produkt sehen - die coole Marke für den Müll.

Die neueste Finanzierungsrunde macht Rubicon mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar zu einem der viel beschworenen Einhörner, berichtet "Bloomberg".

Allerdings wirft der Bericht auch eine Reihe von Fragen auf, wie viel Substanz hinter dem Hype um das "Uber des Mülls", wie es Morris einmal nannte, stehe. Als nicht börsennotiertes Unternehmen braucht Rubicon keine Geschäftszahlen veröffentlichen und kann sich auf die Vertraulichkeit von Verträgen zurückziehen.

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