19.03.2018  Küchenhelfer fremdelt mit Menschen

Restaurant feuert ersten Burger-Roboter

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Burger-Roboter bei der Arbeit
Miso Robotics
Burger-Roboter bei der Arbeit

Die Aufgabe für Flippy erscheint nicht eben überkomplex: Der Roboter in Diensten der US-Burgerkette Cali Burger sollte Bestellungen entgegennehmen, Fleischklopse auf der Bratfläche wenden, sie schließlich herunternehmen und auf die Brötchen legen. In einer Stunde könne das Gerät auf diese Weise 150 Burger bearbeiten und so bis zu 50 Mitarbeiter ersetzen, frohlockten die Restaurantkette und Hersteller Miso Robotics.

Doch nach nur zwei Tagen hat Cali Burger Flippy vom Dienst suspendiert. Überfordert mit der Aufgabe sei der Roboter gewesen, berichtet die Zeitung "USA Today". Dies habe allerdings auch am starken Andrang in dem Restaurant in Pasadena gelegen, in dem die Kette die erste Maschine einsetzte.

Sehen Sie den Roboter bei der Arbeit:

Flippy sei vor allem deshalb zum Flop geworden, weil er miserabel mit seinen menschlichen Kollegen zusammengearbeitet habe, schreibt die Zeitung. "Es geht ums Timing", zitiert das Blatt Cali-Technik-Chef Anthony Lomelino. "Alle müssen ihren Arbeitsrhythmus an Flippy ausrichten." In einer rein menschlichen Gruppe hingegen kommunizierten die Mitarbeiter ständig untereinander und stimmten so die Arbeitsgeschwindigkeit aufeinander ab.

Die Restaurantkette will nun ihre Mitarbeiter besser für die Zusammenarbeit mit dem in sozialen Dingen unbeleckten Roboter trainieren. Erst dann soll dieser wieder den Arm um seine sechs Achsen kreisen lassen.

Umgang mit Salat überfordert die Maschine

Bis der Burgerbräter gänzlich auf Kollegen aus Fleisch und Blut verzichten kann, ist es offenbar noch ein weiter Weg. Der Roboter ist bisher nicht in der Lage, die Buletten auf die Bratfläche zu platzieren und eine Käsescheibe darauf zu legen. Auch der Umgang mit Salat überfordert die Maschine.

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Schon fürs Wenden ist viel Hightech vonnöten. Kameras und Wärmedetektoren helfen dem Arm dabei, den richtigen Zeitpunkt für das Manöver zu finden. Immerhin ist es Flippy auch möglich, verschiedene Werkzeuge für rohes und gebratenes Fleisch zu benutzen, sowie dieses und die Bratfläche zu reinigen.

Burgerketten in den USA klagen über hohe Fluktuation in der Belegschaft und setzen auch deshalb auf Roboter in der Küche. Viele Mitarbeiter würden erst am Grill ausgebildet, nur um nach spätestens einem Jahr wieder zu kündigen, sagte Cali-Mann Lomelino.

Die meisten Firmen sind allerdings nicht bereit, ihren Leuten deutlich höhere Gehälter zu zahlen. Cali vergütet den Job des Burger-Bereiters mit 13 bis 14 Dollar die Stunde, Gewerkschaften kämpfen für einen Mindestlohn von 15 Dollar.

Viele Kollegen seien auf Essenmarken angewiesen, klagen Belegschaftsvertreter. Ein kleines bisschen dürfte Flippys Versagen ihre Position verbessert haben - hat die Hoffnung auf vollautomatische Küchen doch einen spürbaren Dämpfer erhalten.

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