17.04.2018  Kurssprung beim Streamingdienst

Netflix gewinnt Millionen neue Kunden, Umsatz springt

Gucken statt Leben: Netflix begeistert Millionen
DPA
Gucken statt Leben: Netflix begeistert Millionen

Eigenproduktionen wie "Jessica Jones" und "Altered Carbon" haben dem Streamingdienst Netflix mehr Neukunden beschert als erwartet. Für das erste Quartal bis Ende März gab der Internet-Filmdienst weltweit einen Zuwachs von 7,4 Millionen Abonnenten auf insgesamt 125 Millionen bekannt. Experten von FactSet hatten mit 6,5 Millionen mehr gerechnet. 5,5 Millionen Neukunden gewann Netflix außerhalb des Heimatmarktes USA.

Der Umsatz von Netflix stieg auf 3,7 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 40 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg auf 290,1 Millionen Dollar nach 178,2 Millionen.

Im nachbörslichen Handel legte die Netflix-Aktie zunächst um mehr als 7 Prozent zu. Im Jahr hat sie damit bislang 65 Prozent gewonnen. Netflix kommt nun auf eine Marktkapitalisierung von 134 Milliarden Dollar.

Der US-Konzern will 2018 acht Milliarden Dollar für Fernsehserien und Filme ausgeben. Analysten von Cowen & Co zufolge ist der Anteil an Eigenproduktionen für monatliche Abonnenten zum Vorjahr um 85 Prozent auf 483 Stunden gestiegen, ein Rekordwert. Netflix konkurriert unter anderem mit ähnlichen Angeboten von Amazon und Apple .

Um Rivalen wie Amazons Prime-Videodienst oder Hulu auf Distanz zu halten, nimmt Netflix viel Geld für eigene Produktionen in die Hand. Das Unternehmen bekräftigte, dieses Jahr 7,5 bis 8 Milliarden Dollar für eine weite Bandbreite an exklusiven Inhalten auszugeben. Dazu zählten Serien, Filme, Dokumentationen und Comedy-Formate. Netflix hat sich einen großen Namen mit selbstproduzierten Serien wie "House of Cards" oder zuletzt "Stranger Things" gemacht und ist mittlerweile nach eigenen Angaben in mehr als 190 Ländern zu empfangen.

Cannes zeigt keine Netflix-Konserven mehr

Nicht überall kommt der Siegeszug des 1997 als Online-DVD-Verleih im kalifornischen Los Gatos gegründeten Unternehmens jedoch gut an. So wird es beim bekannten Filmfestival im französischen Cannes in diesem Jahr keine Netflix-Produktionen mehr im Wettbewerb um die Goldene Palme geben. Nach heftiger Kritik, Cannes sei zur Werbeplattform für Netflix-Filme geworden, die vor allem im Abonnement zu sehen sind, wurden die Regeln geändert. Von nun an dürfen nur noch Filme gezeigt werden, die in Frankreich auch in die Kinos kommen.

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