23.03.2018  Social-Network-Aktie lockt zum Einstieg

Wie Anleger vom Facebook-Skandal profitieren können

Von
Bullisch: Facebook-Aktien sind an der Börse eingebrochen und bieten möglicherweise eine Chance zum Einstieg.
DPA
Bullisch: Facebook-Aktien sind an der Börse eingebrochen und bieten möglicherweise eine Chance zum Einstieg.

Die Börse ist ein kalter Ort. Ein Investor muss ein Unternehmen nicht unbedingt gut finden, um seine Aktien kaufen zu können. Es reicht vollkommen, dass er an dessen Zukunft glaubt und steigende Umsätze und Gewinne erwartet. Die meisten an der Börse notierten Waffenhersteller und Rüstungskonzerne etwa haben vermutlich deutlich mehr Aktionäre als es Sympathisanten für die Geschäfte dieser Branche unter den Investoren gibt. Das kann man gut finden oder schlecht, leugnen lässt sich diese Tatsache aber kaum.

So verwerflich wie das Geschäft von Schusswaffenproduzenten wie Heckler & Koch oder Sturm Ruger sind die Aktivitäten von Facebook zweifellos nicht. Doch auch dem weltgrößten sozialen Netzwerk schlägt gegenwärtig viel Ablehnung entgegen. Grund dafür ist der intransparente Umgang des Konzerns mit den Daten seiner Nutzer insgesamt sowie ganz aktuell vor allem der Skandal um die persönlichen Informationen von 50 Millionen Facebook-Nutzern, die von Seiten der britischen Firma Cambridge Analytica offenbar unrechtmäßig abgegriffen und verwendet werden konnten.

Die Enthüllungen beherrschen seit Tagen die Schlagzeilen und haben Verbraucherschützer und Politiker weltweit auf den Plan gerufen. Unter dem Hashtag #DeleteFacebook versuchen Gegner des Netzwerks zudem, dessen insgesamt mittlerweile zwei Milliarden Mitglieder rund um den Globus zum Austritt zu bewegen. Auch manager magazin online hat bereits mehrfach kritisch über die Vorgänge berichtet, so zum Beispiel hier sowie hier.

Dass diese Entwicklung von der Börse nicht unbemerkt bleibt, ist klar: Der Kurs der Facebook-Aktie steht seit Tagen heftig unter Druck. Um deutlich mehr als 10 Prozent ging es mit dem Papier im Zuge des Skandals bereits abwärts, was auch den Börsenwert des Konzerns um mehrere Zehn-Milliarden-Dollar geschmälert hat. Zudem haben einige Aktionäre Klage gegen Facebook eingereicht, weil sie sich angesichts der plötzlich auftauchenden kursrelevanten Nachrichten von dem Konzern unzureichend informiert fühlen.

Ein großangelegter Skandal, eine breite Empörung in der Öffentlichkeit und dadurch verursacht massive Kursverluste - für kühl kalkulierende Investoren gibt es wohl kaum einen besseren Zeitpunkt, um in einen eigentlich gesunden, wirtschaftlich erfolgreichen Konzern einzusteigen. Oder anders ausgedrückt: Wer schon lange mit dem Gedanken gespielt hat, Facebook-Aktien zu kaufen, der sollte in diesem Moment womöglich zugreifen - ein besserer kommt vielleicht so schnell nicht wieder.

Dass Facebook grundsätzlich wirtschaftlich zur Riege der Erfolgskonzerne gehört, dürfte außer Zweifel stehen: Für Werbetreibende weltweit scheint es kaum noch ein Vorbeikommen zu geben an der gigantischen Social-Media-Plattform, die Mitgründer und CEO Mark Zuckerberg mit seinen Leuten geschaffen hat. Umsätze und Gewinne bewegen sich längst im Milliardenbereich.

1 / 2

Mehr zum Thema