20.02.2018  Display-Produktion für Apple wird mehr als halbiert

Schwaches iPhone X setzt Samsung unter Druck

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iPhone X: Die These vom Verkaufsschlager scheint nicht mehr zu halten
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iPhone X: Die These vom Verkaufsschlager scheint nicht mehr zu halten

Samsung als zentraler Display-Lieferant für Apples iPhone X fährt seine Produktion um mehr als die Hälfte nach unten. Das nährt erneut den Verdacht, dass sich das neue Flaggschiff von Apple schlechter verkauft als erhofft. Zudem schreibt Samsung einen Milliardenbetrag ab, den der Konzern in Erwartung einer höheren Nachfrage durch Apple im vergangenen Jahr investiert hatte.

Das mehr als 1000 Euro teure iPhone X ist der Hoffnungsträger von Apple. Doch stellen sich die erhofften Verkaufsrekorde wirklich ein? Apple veröffentlicht keine Verkaufszahlen zu einzelnen Modellen. Die zuletzt gestiegenen durchschnittlichen Verkaufspreise von iPhone-Telefonen könnten eine höhere Nachfrage nach dem neuen Smartphone signalisieren. Zugleich aber kursierten Gerüchte, Apple werde wegen eines schleppenden Absatzes die Produktion im März auf 20 Millionen Einheiten halbieren.

Apples Display-Lieferant Samsung verleiht diesem Gerücht jetzt wieder neue Nahrung. Nach einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" wolle Samsung im laufenden ersten Quartal in seinem Werk South Chungcheong maximal 20 Millionen Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED) bauen. Ursprünglich wollte Samsung in diesem Zeitraum bis zu 50 Millionen dieser Displays produzieren.

Auch im zweiten Quartal seien Produktionssenkungen denkbar. Samsung wolle die Ausfälle durch mehr Aufträge von chinesischen oder anderen Kunden kompensieren, heißt es in dem Bericht. Ob das gelingt ist aber alles andere als sicher. Deshalb rechne Samsung mit einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr, schreibt die Zeitung, ohne diese Erwartungen näher zu beziffern.

Sicher ist aber, in Erwartung auf einen rasanten Nachfrageanstieg durch Apple hatte Samsung im vergangenen Jahr 13,5 Billionen Won (rund 12,6 Milliarden US-Dollar) investiert - bereits jetzt wolle der Konzern davon für das laufende Jahr 1,5 Billionen abschreiben.

Zwischen Oktober und Dezember 2017 habe das Ergebnis im Display-Geschäft bei 1,41 Billionen Won gelegen und damit bis zu 500 Milliarden Won niedriger als erwartet - bedingt auch durch den schleppenden Verkauf des iPhone X, das November vergangenen Jahres auf den Markt kam.

Apples Kampf mit dem iPhone X beeinflusst auch die Produktion anderer Teile und sorge bereits für fallende Preise auf dem Markt für Speicherchips, heißt es in dem Bericht weiter.

rei

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