19.03.2018  Medienbericht enthüllt

Apple baut in Kalifornien heimlich hochmoderne Displays

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Heimlichtuerei: Apple entwickelt und baut seit Längerem moderne Displays in Kalifornien - und erst jetzt kommt es heraus.
REUTERS
Heimlichtuerei: Apple entwickelt und baut seit Längerem moderne Displays in Kalifornien - und erst jetzt kommt es heraus.

Nachdem Apple bereits die Chip-Entwicklung weitgehend ins eigene Unternehmen geholt hat, geht der iPhone-Bauer nun offenbar noch einen Schritt weiter: Einem Bericht zufolge betreibt Apple in Kalifornien bereits seit längerer Zeit heimlich eine Fabrik, in der hochmoderne Displays entwickelt sowie in kleiner Zahl auch hergestellt werden.

Bekannt ist bislang, dass Apple die Displays für seine Geräte von Zulieferern wie Samsung , Sharp oder LG Display Co. in Asien bezieht. Die Entwicklung und Herstellung von Screens in einer firmeneigenen Fabrik und noch dazu auf dem Boden der USA wäre ein Novum für den Konzern.

Wie der Finanzinformationsdienst Bloomberg berichtet, tut Apple nun genau das: Das Unternehmen investiere viel Geld in die Entwicklung einer neuen Generation sogenannter MicroLED-Bildschirme, zitiert Bloomberg Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Demnach nutzen MicroLED-Screens andere licht-erzeugende Stoffe, als die derzeit viel genutzten OLED-Displays. Daher könne es künftig möglich sein, noch schlankere und energie-effizientere Geräte anzubieten, mit noch besserer Leuchtkraft als die bisherigen.

Allerdings sei die Entwicklung der neuen Bauteile weitaus schwieriger als jene von OLED-Bildschirmen, so Bloomberg. Apple habe daher vor einem Jahr bereits kurz davor gestanden, das Projekt zu beenden, so der Bericht. Inzwischen sei das Unternehmen zwar einige Schritte weiter. Bis die neuen Displays tatsächlich auf Apple-Geräten zum Kunden kämen, dürfte es laut Bloomberg aber noch einige Jahre dauern.


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Die Nachricht, dass Apple - angeblich aufgrund einer schwachen Nachfrage nach dem neuen iPhone X - den Bezug einiger Komponenten bei Zulieferern in Asien einschränkte, hatte bereits vor einigen Wochen die Runde gemacht. Der Bloomberg-Bericht über die hauseigene Entwicklung hochmoderner Displays erschütterte die Zulieferbranche in Fernost nun erneut. Die Aktien von Firmen wie Sharp oder Samsung gerieten an der Börse nach der Veröffentlichung merklich unter Druck. Auch Universal Display Corp., einer der führenden Anbieter der OLED-Technologie, könnte durch die Apple-Aktivitäten in Bedrängnis geraten, so Bloomberg.

Der Knackpunkt: Sollte Apple mit den MicroLEDs tatsächlich eine überlegene Display-Technik entwickeln, so könnte dies dem Konzern im reifenden Smartphone-Markt künftig einen entscheidenden Vorsprung gegenüber Rivalen wie Samsung bringen. "Jeder kann einen OLED- oder einen LCD-Bildschirm kaufen", bringt es Ray Soneira, Chef des Bildschirm-Testunternehmens Displaymate Technologies, auf den Punkt. "Aber Apple könnte MicroLEDs besitzen."

Christoph Rottwilm auf Twitter

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Laut Bloomberg würde Apples Geheimfabrik in Kalifornien für die Massenproduktion der neuen Bildschirme kaum ausreichen. Das Unternehmen würde die Herstellung früher oder später vermutlich wiederum an Fremdfirmen auslagern, so der Bericht. So entstünde dann womöglich eine Chance für die Konkurrenz, ebenfalls an die Technik zu gelangen - auf welchem Weg auch immer.

Zunächst gelte es für Apple jedoch, die exklusive Technologie so lange wie möglich von den Wettbewerbern fern zu halten, so Bloomberg.

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