26.06.2017  Bienenkorb für Paketlieferungen

So stellt Amazon sich die Drohnen-Flugplätze der Zukunft vor

Von
United States Patent and Trademark Office

Es erinnert an einen Bienenkorb. Und wenn Amazon die Pläne aus einem Patentantrag umsetzt, könnte es auch kräftig summen: Der Onlinehändler erwägt offenbar, Drohnenflughäfen in Städten zu betreiben.

Amazon sieht in der Paketauslieferung per Drohne einen möglichen Transportweg für die Zukunft. Noch gibt es dabei aber einige logistische Probleme. So ist der Weg der Drohnen von den riesigen Paketzentren, die meist außerhalb von Ballungsgebieten liegen, zu ihrem jeweiligen Zielort meist sehr lang. Das beeinträchtigt die Kapazität der Fluggeräte. Außerdem braucht es viel Platz, um die Fluggeräte starten und landen zu lassen.

Der Internetkonzern denkt daher über kreative Lösungsmöglichkeiten nach, die Paketzentren näher an die besiedelten Gebiete zu bringen. In einem kürzlich veröffentlichten Patentantrag wird deutlich, wie der Konzern diese Probleme lösen könnte.

Amazon erwägt demnach, mehrstöckige Lieferzentren nach Art eines riesigen Bienenstocks zu entwickeln. Darin können die Drohnen beladen werden. Dann starten sie von mehreren Plattformen, die in dem Gebäude integriert sind.

Durch die vertikale Anordnung der Paketzentren kann in innerstädtischen Gegenden viel Platz und damit Kosten gespart werden. Lastwagen liefern die Pakete in die Türme, wo sie per Aufzug verteilt werden. Sind die Drohnen bestückt, fliegen sie zu den jeweiligen Adressaten und kehren danach entladen zurück und können gewartet und für neue Transporte vorbereitet werden. Die Start- und Landeplätze verfügen dem Patentantrag zufolge über eigene Ladestationen für die Akkus.

Spezielle Propeller sollen Lärmentwicklung dämpfen

Die mehrstöckige Bauweise hätte zudem den Vorteil, dass die Drohnen nicht in zu engen Kontakt mit Fußgängern kämen. Außerdem reduziere sich der Energieverbrauch bis zum Erreichen der Flughöhe, wenn die Drohnen von höheren Punkten aus starten, heißt es.

Auch über die Probleme solcher in Ballungsräumen stehenden Drohnenflughäfen hat sich der Konzern dem Magazin "The Verge" zufolge Gedanken gemacht. Um die Lärmbelästigung zu reduzieren, könnten die Rotoren der Drohnen beispielsweise spezielle Propellerflügel bekommen. Diese würden an den Kanten mit einer blattähnlichen Struktur versehen. Ein anderer Patentantrag sieht eingekerbte Ecken an den Rotorblättern vor.

Auch über mögliche Abstürze hat Amazon sich demnach Gedanken gemacht. Die Drohnen sollen mit Ersatz-Motoren und -Rotoren ausgestattet werden. Diese könnten einspringen, wenn die eigentliche Antriebsmechanik versagt.

Die Patentanträge bedeuten nicht, dass Amazon entsprechende Pläne auch umsetzt und in Großstädten bald mehrstöckige Parkhäuser für Drohnen entstehen. Sie zeigen aber, dass der Konzern sich über künftige Liefermöglichkeiten aus der Luft ernste Gedanken macht. Und damit einen Einblick gibt, wie sich unsere Städte künftig verändern könnten.

brt

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