31.05.2017  Konkurrenz für Amazons Echo und Google Home

Android-Erfinder Rubin mischt im Smart Home mit

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Mit dem Essential Home macht Android-Erfinder Rubin Amazons Echo und Google Home Konkurrenz
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Mit dem Essential Home macht Android-Erfinder Rubin Amazons Echo und Google Home Konkurrenz

Der Erfinder des Android-Betriebssystems, Andy Rubin, hat Großes vor: Neben einem neuen Smartphone, mit dem er Apple und Samsung angreifen will, macht er mit einem digitalen Assistenten gleich auch noch Amazon und Google Konkurrenz.

Essential Home ist ein digitaler Assistent der aussieht wie ein angeschrägter Hockey-Puck mit rundem Display. Er soll genau wie Amazons Echo-Lautsprecher oder Google Home die Haussteuerung übernehmen, den Nutzer an wichtige Dinger erinnern und Alltagsfragen beantworten. Dabei liegt der besondere Fokus des Geräts auf der Privatsphäre, teilte Essential, das Start-up des Android-Entwicklers Andy Rubin, mit.

Anders als bei den Wettbewerbern sollen bei Essential Home möglichst wenige Anfragen an vernetzte Hausgeräte über die Cloud laufen. Die künstliche Intelligenz (KI) des Essential Home soll direkt auf dem Gerät ausgeführt werden. Rubin hat für seinen neuen Assistenten ein eigenes offenes Betriebssystem entwickelt, Ambient OS.

Mit Geräten wie Google Home oder Amazons Echo wollen die Technikfirmen digitale Assistenten in den Haushalten verankern. Der Echo gilt als Überraschungserfolg, auch wenn es ihn in Deutschland erst seit wenigen Monaten gibt. Von Apple wird ein ähnliches Gerät erwartet.

Essential stellte seinen Assistenten am Dienstag gemeinsam mit einem neuen Smartphone vor. Das Essential Phone soll im Oberklassesegment Apple und Samsung Konkurrenz machen und hebt sich durch seine modulare Funktionsweise ab.

Rubin ist der Erfinder des Betriebssystems Android, das heute auf den meisten Smartphones weltweit läuft. Er arbeitete zunächst als Entwickler bei Apple und gründete 2003 Android. 2005 verkaufte Rubin seine Firma an Google und wurde dort Chefentwickler für das Betriebssystem. 2014 verließ er das Unternehmen, nachdem er ein knappes Jahr lang die Robotik-Forschung geleitet hatte. Nach seinem Ausstieg bei Google gründete er zunächst einen Inkubator für Robotik-Start-ups. Daraus ging auch Essential hervor.

Der Entwickler ist überzeugt, dass KI die Technik-Industrie durcheinanderwirbeln werde. "Neue Computerplattformen werden alle zehn bis zwölf Jahre entwickelt", sagte er auf einer Konferenz im vergangenen Juni. "Was ist die nächste Plattform? Es geht um Daten und Menschen, die KI-Systemen das Lernen beibringen." Und jetzt soll die KI offenbar in den Haushalt einziehen.

Wird Ambient das neue Android?

Neben ein paar rudimentären Infos und Fotos gibt es bisher auf der Webseite des Unternehmens allerdings nicht viele Informationen zum Essential Home. Ein Preis oder Starttermin wurden ebenfalls nicht mitgeteilt.

Essential Home erinnert an das Nest-Thermostat der Google-Mutter Alphabet und lässt sich per Sprachsteuerung und Gesten aktivieren. Ähnliche wie Apples Home Kit soll es bei der Haussteuerung direkt mit Geräten wie Thermostaten oder Glühlampen kommunizieren und nicht über Server in der Cloud. Auch die Spracherkennung soll direkt auf dem Home laufen.

Schnittstellen zu anderen Systemen wie SmartThings, HomeKit und Nest sollen eine reibungslose Zusammenarbeit gewährleisten und das Durcheinander der verschiedenen Standards, Protokolle und Systeme des Internets der Dinge beenden, sagte Rubin in einem Gespräch mit dem Technikmagazin "Wired". Dazu solle Essential Home auch mit Amazons Alexa, Google Assistant und Apples Siri zusammenarbeiten.

Das Ziel ist ambitioniert: Ambient OS solle die Open-source Plattform des Internets der Dinge werden. Setzt Rubin sich mit seinem Betriebssystem durch, hätte er das Android für die nächste Plattform entwickelt.

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