11.05.2017  Dropbox-Deutschlandchef über Cybersicherheit

"Es gibt keine Hintertürchen für Geheimdienste"

Von

Oliver Blüher

manager-magazin.de: Herr Blüher, geht Dropbox dieses Jahr an die Börse?

Oliver Blüher: Unser CEO Drew Houston pflegt zu sagen: If you want to build a great public company, you'll need to build a great company first. Darauf konzentrieren wir uns. Wann es an die Börse geht, darüber kann auch ich nur spekulieren. Global haben wir jetzt 500 Millionen Nutzer, erwirtschaften einen positiven Cashflow und sind profitabel auf EBITDA-Basis. Wir erwarten weltweit ein Jahresergebnis von mehr als einer Milliarde Dollar. Dadurch haben wir alles in unseren Händen und können den Zeitpunkt selbst bestimmen, frei von vielen Zwängen, denen andere IT-Firmen unterworfen sind.

mm.de: Herzlichen Glückwunsch. Dropbox hat ja sehr lange keinen Gewinn gemacht.

Blüher: Das war kein Problem, weil es eine willentliche Entscheidung war, ins Geschäft zu reinvestieren. Wir haben aber bereits 2014 die letzte Finanzierungsrunde gefahren. In den drei Jahren seither sind wir ständig gewachsen und haben vor allem ins B2B-Geschäft investiert.

mm.de: Sie sind seit zwei Jahren auf Ihrem Posten, seit einem Jahr mit einer Niederlassung in Hamburg. Wie ist Ihre Zwischenbilanz?

Blüher: Überaus positiv. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Und wir haben großartige neue Produkte. Unser Claim ist: Wir verändern, wie Menschen arbeiten. Im Januar haben wir das kollaborative Tool Dropbox Paper gelauncht, das es mehreren Nutzern ermöglich, synchron an einem Projekt zu arbeiten - Filme, Fotos, Anmerkungen, Workflows, alles kann ganz einfach gemeinsam in einem einzigen Dokument bearbeitet werden. Im September haben wir unser Datenzentrum in Frankfurt am Main eröffnet.

mm.de: Wie viele Nutzer haben Sie in Deutschland?

Blüher: Einer von drei Internetnutzern im deutschsprachigen Raum hat einen Dropbox-Account - das sind knapp 30 Millionen und schließt sowohl Nutzer der kostenlosen Variante als auch zahlende Dropbox-Plus-Kunden mit ein.

mm.de: Wie viele davon sind Business-Accounts?

Blüher: In Deutschland haben wir 15.000 Teams, also Firmenkunden mit jeweils etlichen Einzelaccounts.

mm.de: Hat Dropbox mal über Werbeerlöse nachgedacht?

Blüher: Unser Geschäftsmodell ist es, Ihre Daten für Sie aufzubewahren. Wir profilen Sie nicht und wir folgen Ihnen nicht, um Ihnen passende Werbung anzeigen zu können. Unsere Währung ist Vertrauen - Ihnen Werbung zu zeigen, wäre kontraproduktiv.

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