10.05.2017  Influencer-Marketing - was Werber nervt und was sie lieben

250.000 Dollar für einen Instagram-Post

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Selfiiiiiie: Kendall Jenner (rechts, mit Schwester Kylie, Mitte, und Sängerin Jordin Sparks)
AFP
Selfiiiiiie: Kendall Jenner (rechts, mit Schwester Kylie, Mitte, und Sängerin Jordin Sparks)

Die Veranstalter hatten den Himmel auf Erden versprochen: Bahamas-Insel, Super-Models, Sterneküche, dazu Auftritte von Migos, Major Lazer und Blink-182. Das Fyre Festival sollte "die kulturelle Erfahrung der Dekade" werden, Tickets bis zu 100.000 Dollar kosten. Stattdessen wurde es für Ausrichter und Gäste zu einem Desaster.

Die Implosion des Festivals ("Kein einziges Versprechen wurde eingehalten", sagte eine Besucherin der "New York Times") und sein chaotischer Abbruch werfen ein grelles Schlaglicht auf die Marketing-Branche und ihren größten Trend. Denn die Organisatoren um Rapper Ja Rule und Unternehmer Billy McFarland hatten ihr Marketingkonzept voll auf Influencer ausgerichtet - also auf Prominente mit reichweitenstarken Social-Media-Accounts. Schon im Dezember hatten sie ein Rudel Models auf die Bahamas geflogen, um mit hübschen Bildern auf Instagram für ihr Event zu werben.

"Wenigstens eine Lehre lässt sich aus dem Fyre-Desaster ziehen", hält "Fashionista.com" nun spöttisch fest: "Kauf' niemals Tickets für ein noch nicht etabliertes Festival, das sein ganzes Budget offenbar für Werbung mit Insta-Girls aufgebraucht hat."

Socken als Bezahlung - oder bis zu 500.000 Dollar

Die Insta-Girls selbst dürften unter dem Debakel allerdings nicht gelitten haben: "Die echten rich kids des Fyre Festivals, die Influencer", schreibt der "New Statesman" in Abgrenzung zu den reichen Gästen, "haben unter dem Misserfolg nicht gelitten." Model Kendall Jenner soll etwa 250.000 Dollar für einen einzelnen Werbepost auf Instagram erhalten haben.

In diese Gehaltssphären stoßen allerdings nur einige wenige Internet-Persönlichkeiten vor. Dazu gehören Youtube-Filmemacher wie Casey Neistat, seit Ende 2016 in Diensten von CNN: "Große YouTube-Leute wie er stellen 300.000 bis 500.000 Dollar in Rechnung und übertragen den Marken nicht einmal die Rechte am Material", sagt ein anonymer Marketing-Manager in einem "Beicht"-Interview mit digiday.com.

Mit dem Einkommen durchschnittlicher (Schleich-)Werber auf Instagram, Facebook oder Twitter haben diese Zahlen allerdings wenig zu tun. Pro Post koste Influencer Marketing etwa 300 Dollar, berichtet das Branchenmedium "Ad Week". Models seien als Influencer laut der zugrundeliegenden Studie insgesamt erfolgreicher als etwa Haustier- oder Reise-Afficionados. Letztere bekämen noch gut 200 Dollar pro Post.

Es geht allerdings auch noch günstiger: Schon 13-Jährige mit erfolgreichen Instagram-Accounts bekommen ungefragt Socken oder Rucksäcke zugeschickt; garniert sind die Geschenke mit der freundlichen Bitte, diese doch nebst Link zum Hersteller im Internet zu präsentieren.

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