19.01.2017  Insolvenzverfahren eingeleitet

Berliner Start-up Auctionata am Ende?

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Der Internetversteigerer steckt in Finanzierungsproblemen
Der Internetversteigerer steckt in Finanzierungsproblemen

Die Zeichen standen offenbar schon in den vergangen Monaten nicht gut. Erst im Herbst vergangenen Jahres verließen die beiden Mitgründer Alexander und Susanne Zacke den Berliner Online-Kunstversteigerer Auctionata. Dann berichteten Medien Anfang dieses Jahres, die Mitarbeiter seien seit Dezember nicht mehr bezahlt worden.

Was einst mit großen Ambitionen gestartet war, ist offenbar von der Realität eingeholt worden. Im Jahr 2014 , hatte das Start-up noch 21,5 Millionen Euro von den Alt-Investoren Holtzbrink Ventures, Earlybird, E.Ventures, Kite Ventures, Ren Invest und Bright Capital eingesammelt. Selbst 2016 besorgte sich der Online-Kunstversteigerer noch frisches Geld, unter anderem von einem Vehikel der Investorin Nicole Junkermann, einer ehedem sehr engen Vertrauten von Ex-Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus.

In dieser Woche nun leitete der Online-Versteigerer ein vorläufiges Insolvenzverfahren ein. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Postdamer Christian Graf Brockdorff bestellt. Er soll das Geschäft neu ordnen.

Auctionata-Chef Thomas Hesse gibt sich dennoch optimistisch. Der "Wirtschaftswoche" sagte er, dass eine Sanierung des Unternehmens angestrebt werde. Das Ziel sei die Rekapitalisierung.

Geplant ist offenbar, dass Auctionata seine US-Niederlassung schließt. Vorgesehen ist offenbar auch der Verkauf des US-Unternehmens Paddle8, mit dem sich die Berliner erst im vergangenen Jahr zusammengeschlossen hatten. Angestrebt war zudem ein Börsengang, doch der dürfte mit der neuesten Entwicklung erst Mal in weite Ferne gerückt sein.

Dass das Geschäft mit Kunstauktionen, die online live aus Fernsehstudios übertragen wurden, nicht rund lief, darauf scheint einiges hinzudeuten. So sorgte Auctinata bereits im vergangenen Jahr für negative Schlagzeilen, als die beiden Mitgründer Alexander und Susanne Zacke aus dem Unternehmen ausschieden. Auslöser war ein Report der Wirtschaftsprüfer von KPMG, der der Unternehmensführung Fehltritte testierte. Demnach sollen die Gründer bei eigenen Auktionen mitgeboten haben, was nach Gewerbeverordnung für Auktionshäuser unzulässig ist. Das Auktionshaus berief daraufhin Thomas Hesse, einen ehemaligen Vorstand der Bertelsmann Music Group, zum CEO.

Auctionata war 2012 gegründet worden. In vier Finanzierungsrunden hat das Berliner Start-up laut "Crunchbase" mehr als 95 Millionen Dollar eingenommen. Bereits im Jahr 2015 strich Auctionata jedoch etliche Stellen in Berlin und New York. Im Mai vergangenen Jahres fusionierte Auctionata schließlich mit dem New Yorker Start-up und Internetversteigerer Paddle8, das seinerseits mit 44 Millionen Dollar Risikokapital ausgestattet war.

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