20.10.2016  Obamas To-Do-Liste fürs Silicon Valley

So wollen die Tech-Vordenker die sechs kompliziertesten Probleme der Welt lösen

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Hirn fürs Silicon Valley: Facebook-Chef Mark Zuckerberg stellt sich den Herausforderungen der digitalen Zukunft, glaubt aber nicht, dass künstliche Intelligenz menschliche ersetzen kann
Bloomberg via Getty Images
Hirn fürs Silicon Valley: Facebook-Chef Mark Zuckerberg stellt sich den Herausforderungen der digitalen Zukunft, glaubt aber nicht, dass künstliche Intelligenz menschliche ersetzen kann

Ein ordentlicher Chef macht eine detaillierte Übergabe, wenn er geht: Welche Aufgaben sind noch offen? Und wer könnte sich am besten darum kümmern? Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat dem Magazin "Wired" sechs Herausforderungen genannt, denen sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu stellen haben.

Sechs Silicon-Valley-Größen haben auf Anfrage des Magazins darauf geantwortet und machen Vorschläge, wie ihre jeweilige Branche zu einer besseren Zukunft beitragen könnte. Lesen Sie hier die Antworten von Tim O'Reilly, Chris Dixon, Mark Zuckerberg, Yasmin Green, Mary Barra und Satya Nadella.

1. Tim O'Reilly: Die Ungleichheit angehen

Technologie wird von Geschichten getrieben, meint Tim O'Reilly: "Wir erschaffen, was wir glauben"
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Technologie wird von Geschichten getrieben, meint Tim O'Reilly: "Wir erschaffen, was wir glauben"

Das Silicon Valley werde von Geschichten getrieben, sagt der Investor und Gründer von O'Reilly Media: "Wir erschaffen, was wir glauben." Technologie könne helfen, große Probleme zu lösen; die Tech-Industrie könnte eine Kraft zur Verringerung der Ungleichheit sein, aber zu wenige Leute im Silicon Valley seien sich dessen bewusst.

O'Reilly gibt zu bedenken: Wenn eine Firma mehr Wert erzeuge als sie binde, dann verringere sie Ungleichheit - ganz egal, wie reich die Gründer würden. Am besten seien Firmen aufgestellt, die Technologie als Mittel für mehr Möglichkeiten für die Menschen betrachten, nicht als Mittel zur Effizienzsteigerung durch die Eliminierung menschlicher Arbeit.

Das selbstfahrende Auto nur als Möglichkeit zu sehen, wie man Lohnkosten sparen könne, sei einer der uninteressantesten Aspekte dieser neuen Technologie - viel klüger sei es, zu fragen, wie es zu einer günstigen öffentlichen Verkehrsstruktur oder besserem Zugang zu medizinischer Versorgung beitragen könne.

Der Investor kritisiert, viel zu wenige Unternehmen würden auf diese Weise arbeiten. "Wir sind an einem Punkt, an dem Unternehmen noch nicht einmal mehr versuchen, Profite zu erzielen - sie versuchen nur, lang genug solvent zu bleiben, bis ein anderes Unternehmen sie aufkauft." Dieser falsche Fokus erinnere ihn an den Wall-Street-Crash von 2007. Wenn Unternehmen Arbeitskräfte nur als Kostenfaktor (statt auch als mögliche Konsumenten) betrachteten, würden sie sich langsam die eigene Kehle durchschneiden.

"Kurz gesagt, ist der beste Weg für die Tech-Industrie, die Ungleichheit anzugehen, indem sie das tut, was sie tun sollte: Innovationen schaffen, die Wachstum und Produktivität steigern - und nicht nur Menschen ersetzen wollen, sondern diese Menschen in die Lage versetzen, zu tun, was vorher unmöglich war."

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