04.10.2016  Netzwerk startet Kleinanzeigen-Marktplatz

Facebook greift Ebay und Amazon an

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Facebook eröffnet einen Kleinanzeigenmarkt
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Facebook eröffnet einen Kleinanzeigenmarkt

Schon länger nutzen rund 450 Millionen Menschen Facebook, um Dinge zu kaufen und zu verkaufen. Jetzt nutzt das weltgrößte Netzwerk mit "Marketplace" dieses Potential für eine eigene Handelsplattform - und dürfte Ebay und Amazon damit ernsthaft Konkurrenz machen.

Für hunderte Millionen Menschen spielt sich ein Gutteil ihres Lebens auf Facebook ab, ist das weltgrößte soziale Netzwerk schlicht die erste und oft auch die einzig wichtige Adresse im Internet. Nichts, dass hier nicht mitgeteilt würde.

Schon lange nutzen Millionen das Netzwerk auch als Marktplatz für private Käufe und Verkäufe. Dieses enorme Potential will Facebook-Chef Mark Zuckerberg jetzt über einen eigenen Anzeigen-Marktplatz kanalisieren - und vermutlich irgendwann auch in bares Geld verwandeln.

Facebook startete am Montag mit "Marketplace" in vorerst vier Ländern einen Service, bei dem Mitglieder über die Smartphone-App von Facebook Artikel kaufen und verkaufen können. Dabei werden Angebote in der Nähe des Nutzers angezeigt.

Neben dem Heimatmarkt USA ist der Dienst zum Start in Großbritannien, Australien und Neuseeland verfügbar. Dort ersetzt in der Facebook-App das "Marketplace"-Symbol die Verknüpfung zum Facebook-Messenger. Weitere Länder sollen "in den nächsten Monaten" folgen, heißt es in einem Blogeintrag.

Erster Versuch mit Kleinanzeigen-Marktplatz floppte

Facebook hatte bereits 2007 mit einem Kleinanzeigen-Marktplatz experimentiert. Er trug den gleichen Namen, erreichte jedoch nicht die erhoffte Popularität und wurde 2009 an die E-Commerce-Firma Oodle weitergereicht. Im vergangenen Jahr hatte das Netzwerk "Marketplace" in verschiedenen Regionen offenbar erfolgreich getestet, nun startet der Roll-out.

Dass Facebook den Namen Marketplace wählt, dürfte dabei kein Zufall sein, auch Amazon bietet den Verkauf von gebrauchten Waren unter dem Label Marketplace an.

Facebook selber berichtet, dass schon jetzt rund 450 Millionen Nutzer das Netzwerk benutzen, um Dinge zu kaufen und verkaufen. Nun biete man den Nutzern einen entsprechenden Platz. Damit könnte den bisherigen Platzhirschen Ebay und Amazon mit einen Schlag ein gewaltiger Konkurrent erwachsen sein. Anders als die Konkurrenz will Facebook jedoch keine Gebühren nehmen. Wie lange das Unternehmen bei dieser Position bleibt, ist ungewiss.

Branchenkenner werten den Schritt zunächst als Angebot, um die Nutzer an Facebook zu binden und zur Wiederkehr zu animieren. Anders als Ebay und Amazon will sich Facebook (zunächst) jedoch aus dem eigentlichen Verkaufsprozess weitgehend heraushalten, Geldtransfers und Übergabe der Produkte müssten die Nutzer unter sich aushandeln, heißt es. Laut eigenen Angaben zählt Facebook 1,7 Milliarden Nutzer weltweit.

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kna mit dpa

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