15.07.2018  USA heben Sanktionen gegen Chinas Telekomriesen ZTE auf

Deal zwischen China und USA - ZTE zeigt, wie es geht

ZTE: Ohne Technologie aus den USA droht dem chinesischen Netzwerkriesen das Aus. Da ZTE jedoch die Auflagen der US-Regierung erfüllt hat, hat die US-Regierung ihre Sanktionen aufgehoben
AFP
ZTE: Ohne Technologie aus den USA droht dem chinesischen Netzwerkriesen das Aus. Da ZTE jedoch die Auflagen der US-Regierung erfüllt hat, hat die US-Regierung ihre Sanktionen aufgehoben

Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikationsriesen ZTE aufgehoben. Wie US-Handelsminister Wilbur Ross am Freitag in Washington mitteilte, hatte das Unternehmen zuvor 400 Millionen Dollar bei einer US-Bank hinterlegt, um damit mögliche künftige Strafen wegen Sanktionsverstößen zu bezahlen. Damit wurde die Bedingung erfüllt, um das Verbot der Lieferung elektronischer Komponenten aus den USA an ZTE aufzuheben.

Inmitten des eskalierenden Handelsstreits zwischen USA und China gibt der chinesische Telekomriese damit denjenigen Hoffnung, die doch noch auf eine Einigung zwischen den beiden Nationen setzen. Während an der Handelsfront der Ton immer rauer wird, hat ZTE eine gütliche Einigung mit der US-Regierung immer weiter vorangetrieben - und nun Erfolg damit gehabt. Anleger schöpfen wieder Hoffnung: Der Aktienkurs von ZTE in Hongkong sprang zum Wochenschluss nach oben. Zuvor war die Aktie eingebrochen, da Investoren ZTE im Falle eines Zulieferstopps keine Zukunftschance gaben.

US-Präsident Donald Trump hatte sich persönlich für einen solchen "Deal" mit Chinas ZTE eingesetzt. Dieser könnte nun eine Pilotfunktion übernehmen.

Aktie steigt wieder

Das Unternehmen hatte gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen der USA verstoßen. Die US-Regierung verhängte deshalb Mitte April einen mehrjährigen Zulieferstopp, der das Unternehmen fast in den Ruin trieb: Im Mai teilte ZTE mit, es habe seinen Betrieb weitgehend einstellen müssen.

Das Unternehmen mit rund 80.000 Beschäftigten ist abhängig von elektronischen US-Komponenten, außerdem werden die von dem Konzern produzierten Smartphones von US-Chips betrieben und sind mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet.

An der Börse in Hongkong stieg der Kurs der ZTE-Aktie wieder deutlich. Der Kurs ist allerdings immer noch weit entfernt von den 25,60 Hongkong-Dollar, die ein ZTE-Anteilsschein vor Verhängung der Sanktionen im April wert war.

Milliardenstrafe, Umbau und Sicherheitskonto als Zugeständnis an USA

US-Präsident Donald Trump versprach Chinas Präsident Xi Jinping, sich für ZTE einzusetzen - unter mehreren Bedingungen. Das Unternehmen zahlte eine Strafe von zusätzlich einer Milliarde Dollar und tauschte alle Mitglieder im Verwaltungsrat aus. Nun sicherte ZTE auch zu, 400 Millionen Dollar zu hinterlegen. Die Sanktionen gegen das Unternehmen dürften demnach bald fallen.

Die Einigung zwischen der US-Regierung und dem chinesischen Konzern fällt mitten in den eskalierenden Handelskonflikt zwischen beiden Ländern. Am Dienstag erst kündigte die US-Regierung Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar an, die ab September in Kraft treten könnten. China warf dem "Rüpel" USA vor, damit einen Handelskrieg angezettelt zu haben.

Präsident Trump begründet seine Strafzollpolitik mit dem enormen US-Handelsdefizit gegenüber China, das er als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung betrachtet. Zudem wirft er China vor, sich durch Diebstahl geistigen Eigentums sowie erzwungenen Technologietransfers bei ausländischen Investitionen unfaire Vorteile zu verschaffen.

la/dpa/reuters

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