13.07.2018  Weltraumtouristen-Flüge

Ab ins Weltall - Jeff Bezos bietet Flüge zum Discount-Preis

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Amazon-Gründer Jeff Bezos inspiziert die Raketenstart-Anlagen seines Tochterunternehmens Blue Origin
Blue Origin
Amazon-Gründer Jeff Bezos inspiziert die Raketenstart-Anlagen seines Tochterunternehmens Blue Origin

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist aktuell der reichste Mensch dieses Planeten. Als Tech-Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 112 Milliarden Dollar hat er ein eher teures Hobby: Es drängt ihn in den Weltraum - eine Passion, die er etwa mit Tesla- und SpaceX- Boss Elon Musk, Microsoft-Mitgründer Paul Allen oder dem britischen Unternehmer Richard Branson teilt.

Jedes Jahr, so erklärte Bezos vor einiger Zeit, verkaufe er Amazon-Aktien im Wert von etwa einer Milliarde Dollar, um seine Raumfahrtfirma Blue Origin zu finanzieren. Bezos' Weltraumunternehmen arbeitet unter anderem an wiederverwendbaren Raketen, um Lasten ins All schießen zu können. Da hat sein Konkurrent Musk allerdings die Nase vorne: SpaceX ist vor wenigen Monaten Start und Landung einer zu großen Teilen wiederverwendbaren Weltraum-Rakete geglückt.

Doch Bezos verfolgt auch noch einen anderen Plan: Er will Touristen die Schwerelosigkeit und endlose Weiten des Weltalls näherbringen - mit Flügen an den Anfang des Weltalls. Das beginnt laut internationaler Definition in mehr als 100 Kilometern Höhe von der Erdoberfläche. Und da scheint Blue Origin voranzukommen: Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sollen die Weltraumflüge von Blue Origin bereits im kommenden Jahr starten - zum Preis von 200.000 bis 300.000 je Passagier kosten. Das schreibt Reuters unter Berufung auf zwei mit den Blue Origin-Plänen vertrauten Personen.

Ein teures und kurzes Vergnügen im suborbitalen Raum

Ins All fliegen sollen die Weltraumtouristen in einer Trägerrakete namens "New Shepard", die Blue Originseit Jahren entwickelt. Im Jahr 2015 gelang der Rakete die erste kontrollierte vertikale Landung nach dem Überschreiten der international anerkannten Grenze des Weltalls - die liegt bei 100 Kilometer über dem Meeresspiegel. Die New Shepard wird ausschließlich von einem Bordcomputer gesteuert, fliegt also autonom. In den vergangenen drei Jahren hat die New Shepard insgesamt acht erfolgreiche Flüge und Landungen absolviert - und auf ihren Testflügen erste Nutzlasten ins All befördert. Auch diverse Notfallsysteme für die an der Spitze sitzende Crew-Kapsel wurden erfolgreich erprobt.

Menschen hat die New Shepard aber bislang noch nie ins All befördert. Immerhin waren bei zwei Testflügen Gummipuppen an Bord. Insgesamt soll die Kapsel je Flug bis zu sechs Menschen ins Weltall befördern - und zwar mehr als 100 Kilometer hoch.

Geplant sind Flüge in den suborbitalen Raum - also ohne auf eine Umlaufbahn um die Erde einzuschwenken. Bei dem Flug sollen die Passagiere einige Minuten lang Schwerelosigkeit am eigenen Körper spüren können und die Erde als blauen Ball unter sich sehen. Zur Erde kehrt die Kapsel dann mit Hilfe von Fallschirmen zurück, während die Bestandteile der Trägerrakete selbstständig auf der Erde landen.

Laut den Reuters-Informationen will Blue Origin die ersten Tests seiner Weltraumkapsel innerhalb der nächsten Wochen durchführen. Sollten sie gelingen, wären das ein wichtiger Schritt in Richtung Weltraumtourismus - den nächsten Markt, den sich Bezos erschließen will.

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