20.09.2017  Die wichtigsten Fragen zur Stahlfusion

Warum Thyssenkrupp bei Tata gelandet ist

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Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger
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Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger

Was bleibt von Thyssenkrupp?

Das hängt von den weiteren Verhandlungen über das am Mittwoch nur im Grundsatz vereinbarte Joint-Venture ab - und vor allem davon, wie Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger den Aufsichtsrat für den Deal gewinnen kann. Während die Arbeitnehmer um die starke deutsche Montan-Mitbestimmung für die Stahlsparte fürchten, wünscht der Großinvestor Cevian eine noch weitergehende Spaltung, um etwa die Aufzugsparte zu Geld zu machen.

Geht es nach Hiesinger, bleibt Thyssenkrupp ein Konglomerat aus verschiedenen Industriesparten, die alle auf der Basis des Stahlgeschäfts entstanden sind, aber eine höhere Wertschöpfung und Rendite versprechen - vor allem, weil mit den veredelten Produkten auch Dienstleistungen wie Wartungsaufträge verkauft werden.

Ohne Steel Europe (Umsatz im Geschäftsjahr 2015/16: 7,6 Milliarden Euro) bleiben noch die Aufzugsparte (7,5 Milliarden), Teile für Auto- und Maschinenbau (6,8 Milliarden), Bau und Automatisierung industrieller Großanlagen einschließlich der Reste von Marineschiffbau (5,7 Milliarden) sowie der Materialhandel (11,9 Milliarden - wovon aber auch ein Teil in die Fusion eingebracht werden soll).

Die 50-prozentige Beteiligung am durch Tata Steel Europe auf 16 Milliarden Euro Jahresumsatz vergrößerten Stahlgeschäft verspricht der Ruhr-Konzern übrigens auch langfristig zu halten - aber als Finanzbeteiligung, nicht mehr als Kerngeschäft.

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