14.02.2018 
Gewinn wächst um 50 Prozent

Aufzüge und Stahlsparte füllen Thyssenkrupp die Kassen

Aufzüge von Thyssenkrupp: Die Sparte erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsquartal fast die Hälfte des operativen Gewinns im Konzern
ThyssenKrupp
Aufzüge von Thyssenkrupp: Die Sparte erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsquartal fast die Hälfte des operativen Gewinns im Konzern

Ausgerechnet die vor der Abspaltung stehende Stahlsparte lässt bei Thyssenkrupp erneut die Kassen klingeln. Für den Löwenanteil sorgte neben der Stahlsparte das Aufzugsgeschäft.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat zum Jahresauftakt dank besserer Stahlgeschäfte mehr verdient. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nahm im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) des Geschäftsjahres 2017/18 (per Ende September) um 52 Prozent auf 444 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 78 Millionen Euro, nach acht Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei wurde der Gewinn durch die US-Steuerreform mit 87 Millionen Euro belastet.

Die vor der Fusion mit dem europäischen Stahlgeschäft von Tata Steel stehende Stahlsparte profitierte von Preiserhöhungen sowie der laufenden Restrukturierung. Der Bereich erhöhte das bereinigte operative Ergebnis deutlich von 28 Millionen auf 160 Millionen Euro.

Die Aktien von Thyssenkrupp sind nach der Vorlage von Geschäftszahlen deutlich ins Minus gerutscht. Sie waren am Morgen der einzige Verlierer im Dax . Analysten sahen Licht und Schatten im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe die Erwartungen übertroffen, die Nettoverschuldung des Industriekonzerns habe aber deutlich angezogen, schrieb etwa Carsten Riek von der schweizerischen Großbank UBS in einer ersten Reaktion.

Großanlagenbau kämpft mit Einbußen

"Mit dem Umbau von Thyssenkrupp zu einem starken Industriekonzern kommen wir weiter gut voran", sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger und bekräftigte die Prognosen für das Gesamtjahr. Der Manager will den Umbau des Konzerns weg vom Stahl und hin zu den Technologiegeschäften weiter vorantreiben. Die Stahlsparte soll bis Ende des Jahres in ein Joint Venture mit Tata geführt werden. Das Gemeinschaftsunternehmen mit rund 48.000 Beschäftigten und einem Pro-forma-Umsatz von rund 15 Milliarden Euro wäre der zweitgrößte Stahlkocher in Europa nach ArcelorMittal.

Den Löwenanteil zum Gewinn trug indes die Aufzugsparte bei, die ihr Ergebnis um 3 Prozent auf 220 Millionen Euro steigerte. Der Anlagenbau hingegen verzeichnete einen Ergebnisrückgang von 42 Millionen auf 12 Millionen Euro. Hier erwartet Thyssenkrupp noch im laufenden Jahr dank eines Sparprogramms eine "spürbare" Ergebnisverbesserung.

Umsatz und Auftragseingang im Konzern gingen leicht zurück. Allerdings waren im Vorjahresvergleich noch die Zahlen des mittlerweile verkauften amerikanischen Stahlgeschäft enthalten. Währungs- und portfoliobereinigt stiegen der Auftragseingang um 4 Prozent auf 9,7 Milliarden und der Umsatz um 3 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.

rei/dpa/Reuters

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