29.12.2018 
Wichtiger Standort Spanien

Ryanair droht der nächste Streik

Ryanair-CEO Michael O'Leary stößt auf Widerstand
AFP
Ryanair-CEO Michael O'Leary stößt auf Widerstand

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair bekommt weiter Gegenwind von ihren Mitarbeitern: Es stehen erneut Streiks ins Haus. Die Gewerkschaften USO und Sitcpla vertreten in Spanien die 1800 Mitarbeiter des Ryanair-Kabinenpersonals. Sie riefen am Freitag für den 8., 10. und 13. Januar zu Warnstreiks auf, von denen jeder 24 Stunden dauern sollen. Zuvor war ein Vermittlungsversuch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretern gescheitert.

Die Gewerkschaften fordern, dass die weitgehend nach irischem Recht geschlossenen Arbeitsverträge durch Verträge nach spanischem Recht ersetzt werden. Es sei "widerlich", dass Ryanair sich weiter weigere, "nationales Recht mit all seinen Konsequenzen anzuerkennen", kritisierte USO-Vertreter Jairo Gonzalo in einer Mitteilung. Spanien ist der drittgrößte Markt von Ryanair. Das Unternehmen hat dort 13 seiner 89 Standorte.

Europas größte Billig-Airline hatte erst vor einem Jahr begonnen, Gewerkschaften anzuerkennen. Im Juli sorgten Streiks der Piloten und des Kabinenpersonals für hunderte Flugausfälle in Spanien, Portugal, Italien, Belgien und Irland. Rund 100.000 Reisende waren betroffen. Ende September streikte das Kabinenpersonal in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Italien, Portugal und Spanien, in manchen Ländern legten auch die Piloten die Arbeit nieder.


Lesen Sie mit mm Premium: Was Ryanair über seine kranken Mitarbeiter wissen will


Anfang Dezember einigten sich die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und Ryanair auf ein Eckpunktepapier, um den Tarifkonflikt mit den etwa 400 Piloten in Deutschland beilegen zu können. Beide Seiten wollen laut VC bis Ende März insgesamt vier Tarifverträge schließen - auf der Grundlage deutschen Rechts. Auch in Großbritannien, Portugal und Italien schloss Ryanair Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern.

Ryanair, das nach eigenen Angaben rund 14.500 Mitarbeiter beschäftigt, fliegt mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an. Zwar litten die Gewinne des Unternehmens zuletzt unter Streiks und Rassismusvorwürfen, der Billigflieger bleibt aber profitabel. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 7,15 Milliarden und einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro. Das waren 7 Prozent weniger als im Vorjahr und der erste Rückgang seit fünf Jahren.

AFP/kyr

Mehr zum Thema