29.01.2019 
Investments in Minenbetreiber steigen

So geht China bei Batterie-Rohstoffen auf Einkaufstour

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Lithiummine von SQM in Chile: Chinas Tianqi zahlte 4,1 Milliarden Dollar für einen 24-Prozent-Anteil an SQM
REUTERS
Lithiummine von SQM in Chile: Chinas Tianqi zahlte 4,1 Milliarden Dollar für einen 24-Prozent-Anteil an SQM

Schon mal was von Ivanhoe Mines gehört, von RTB Bor oder SQM? Diese außerhalb der Bergbaubranche kaum bekannten Unternehmen haben seit vergangenem Jahr Investoren aus China an Bord. Denn chinesische Firmen zogen 2018 eine veritable Shoppingtour bei Bergbauunternehmen durch, berichtet die "Financial Times" (FT) - mit einem ganz klaren strategischen Fokus.

Insgesamt sieben Milliarden Dollar steckten chinesische Unternehmen in ausländische Bergbaufirmen, wie laut "FT" Daten der Finanzmarktplattform Dealogic zeigen. Dabei sichern sich Chinas Unternehmensgruppen gezielt Anteile an Minenbetreibern, die Rohstoffe für Elektroauto-Batterien und nachhaltige Energieerzeugung liefern.

So haben chinesischen Unternehmen im vergangenen Jahr etwa Anteile an Firmen gekauft, die Kupfer-, Kobalt- oder Lithiumminen betreiben - und das in Ländern wie dem Kongo, Serbien oder Chile. Vor gut einem Jahrzehnt kauften chinesische Konzerne ebenfalls verstärkt im Rohstoffbereich zu - auf der Höhe des Rohstoffbooms gaben sie 17 Milliarden Dollar für Zukäufe aus. Allerdings investierten sie damals vorrangig in Betreiber von Eisenerzminen.

Nun steht offenbar die Sicherung von wichtigen Akku-Rohstoffen im Vordergrund. Der größte Zukauf kam im vergangenen Jahr von Chinas Bergbauunternehmen Tianqi Lithium: Es kaufte für 4,1 Milliarden Dollar einen 24-Prozent-Anteil am chilenischen Lithiumproduzenten SQM. Aktiv war auch der chinesische Minenbetreiber Zijin. Der Bergbaukonzern schloss zuletzt eine 1,4 Milliarden Dollar teure Übernahme der kanadischen Unternehmens Nevsun Resources ab, dem Kupfer- und Zinkminen in Serbien (RTB Bor) und Eritrea gehören.

Warum westliche Bergbauriesen nicht dagegenhalten

Chinas im Staatsbesitz befindlicher Konzern Citic zahlte 557 Millionen US-Dollar, um größter Anteilseigner des kanadischen Minenbetreibers Ivanhoe zu werden. Ivanhoe entwickelt eine Mine im Kongo, die große Kupferreserven anzapfen soll. Bei der Kupfergewinnung fällt auch oft Kobalt an, das in größeren Mengen für Elektroauto-Batterien gebraucht wird. Die Chinesen dürften ihre Einkaufstour auch in diesem Jahr fortsetzen, meinen mit der Rohstoffbranche vertraute Banker gegenüber der "FT". Vergangene Woche etwa baute China Molybdenum seinen Anteil an einer Kupfer- und Kobaltmine im Kongo für 1,4 Milliarden Dollar deutlich aus.

Allerdings führen die Deals der Chinesen bislang kaum zu Gegenreaktionen bei westlichen Bergbauriesen. Firmen wir Rio Tinto, Anglo American oder BHP Billiton haben beim letzten Rohstoffboom vor einem Jahrzehnt viel Geld verbrannt: Insgesamt mussten sie laut "FT" 109 Milliarden Dollar abschreiben - und das hat die Konzerne offenbar sehr viel vorsichtiger werden lassen.

Mit riskanteren Zukäufen würden westliche Firmen große Probleme mit ihren Aktionären bekommen, meinen Branchenkenner gegenüber der "FT". Chinesische Unternehmensgruppen können dagegen bei ihren Investitionen etwas strategischer vorgehen. Sie hätten eben nicht die "Überhand von aktivistischen Investoren", erklärte ein auf das Bergbaugeschäft spezialisierter Anwalt gegenüber der "FT".

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